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Ferien vorbei Auto checken

Technisch einwandfreie Motoren sparen Sprit

Bonn. Trotz hoher Kraftstoffpreise bleibt das Automobil auch im Urlaubssommer 2008 das beliebteste Reisemittel. Doch auf dieser Reise wird das Auto oft stark beansprucht. Eine hohe Zuladung belaste Reifen und Fahrwerk und führe zu Mehrverbrauch. Damit müsse nach dem Urlaub Schluss sein, sagten jetzt die Auto-Experten der Kfz-Innungen. Daher sollte man den Wagen jetzt gründlich in einem Kfz-Meisterbetrieb durchsehen lassen, den Kofferraum von Ballast befreien und den Dachträger abmontieren. Ein Sprecher des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes sagte dazu, nur ein technisch einwandfreier Motor biete optimalen Kraftstoffverbrauch.

Der erste Schritt des Nach-Urlaubs-Checks sei, den Wagen innen und außen gründlich zu reinigen. Schon an den kleinsten Lackschäden könne sich später Rost bilden. Unter den Fußmatten könne durch die hohe Luftfeuchtigkeit Nässe entstehen. Auch Luftfilter und Keilriemen seien nach Ansicht der Auto-Experten einen Kontrollblick wert. Vorausschauende Autofahrer ließen dabei gleich Zündung, Zündkerzen, Kontakte und Batterie durchsehen, denn gerade im Herbst komme es auf eine funktionierende Elektronik an.

Besonders wichtig sei der Blick auf die Reifen. Seien äußere Schäden zu sehen, müsse der Fachmann gefragt werden. Der richtige Luftdruck spare Sprit durch einen geringeren Rollwiderstand. Experten führen sogar mit etwas mehr Druck als vom Hersteller empfohlen. Auch das verringere den Kraftstoffverbrauch. Die Ölkontrolle sei eine Pflichtarbeit.

Ab heute gelten Euro 5 und 6

Am heutigen 31. Juli ist die Verordnung über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen in Kraft getreten. Dies hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbes mit dem Hinweis erklärt, dass nunmehr alle für den Werkstattbetrieb notwendigen Serviceinformationen allen Kfz-Meisterbetrieben "in vollem Umfang zur Verfügung" stehen müssen.

"Reach-Verordnung" nicht für Kfz-Betrieb

Kfz-Betriebe sind von der Chemikalienverordnung (Vorregiestierung) nicht betroffen. Darauf hat jetzt das Deutsche Kfz-Gewerbe hingewiesen, nachdem Mitgliedsbetriebe vermehrt Werbung und Infopost von Unternehmen erhalten hatten, die kostenpflichtige Leitfäden, Checklisten und Handbücher zu dieser so genannten Reach-Verordnung anbieten.

Die Chemikalienverordnung war am 1. Juni 2007 europaweit in Kraft getreten. Seit 1. Juni 2008 müssen Hersteller, die chemische Stoffe oder chemische Zubereitungen von mehr als einer Tonne herstellen oder importieren, diese melden.

Sollten später aufgrund der Verordnung auch Anforderungen auf das Kfz-Gewerbe zukommen, werde der Verband entsprechend informieren, hieß es weiter. Beachten müssten jedoch alle Kfz-Betriebe nach wie vor die Bestimmungen aus dem Sicherheitsdatenblatt. In diesem Sicherheitsdatenblatt sei der Verwendungszweck oder -bereich eines Produktes beschrieben. Weiche ein Kfz-Betrieb davon ab, so sei er von der Reach-Verordnung betroffen und damit meldepflichtig.

Nicht zu verwechseln sei die Chemikalienverordnung indes mit der Chemikalien-Klimaschutzverordnung, die am 1. August 2008 in Kraft trete. Aus letzterer ergäben sich für die Kfz-Meisterbetriebe sehr wohl neue wichtige Anforderungen und zwar für die Reparatur und Wartung von Klimaanlagen in Fahrzeugen. Mitgliedsbetriebe der Kfz-Innungen erhielten Informationen hierzu unter (Link).

Kfz-Gewerbe für ADAC-Aktion

Hohe Kraftstoffpreise und leere Autofahrer-Kassen ärgern nicht nur zur Ferienzeit die Millionen Auto-Urlauber. Der tagtägliche Blick auf die Preistafeln an Deutschlands Tankstellen ist ein großes Ärgernis.

Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe unterstützt daher die aktuelle Aktion des ADAC "Runter mit dem Spritpreis", die sich nicht nur an die rund 16 Millionen Mitglieder des Automobilclubs richtet.

An der Protestaktion, die in der Augustausgabe der "ADAC motorwelt" publiziert wird, können sich alle Autofahrer beteiligen. Briefpost nimmt der Club unter ADAC motorwelt, Stichwort "Benzinprotest", 81014 München, entgegen. Die E-Mail-Adresse lautet: benzinprotest@adac.de.

Kfz-Schule zieht Abschlussbilanz

Northeim/Calw. In diesen Tagen konnten 198 Studenten nach der erfolgreichen Prüfung zum "Betriebswirt im Kfz-Gewerbe" ins Berufsleben entlassen werden. Die Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe (BFC) mit Standorten in Northeim und Calw verabschiedete die jungen Unternehmer nach einer Studienzeit von zehn Monaten. Sieben Absolventen nahmen für ihre hervorragenden Leistungen Auszeichnungen entgegen.

Die BFC biete zukünftigen Fach- und Führungskräften markenübergreifend das nötige betriebswirtschaftliche Know-how, um den Herausforderungen des Automobilmarktes gewachsen zu sein, erklärte Birgit Behrens, Abteilungsleiterin Berufsbildung im Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe mit Verweis auf den hohen Anspruch des Studiums. Ab diesem Jahr werde die Studienzeit auf elf Monate verlängert, um den zunehmenden Anforderungen gerecht zu werden. Dass es den Studenten nicht leicht gemacht werde, belege die Zahl derjenigen, die den Abschluss nicht geschafft hätten: Die Lehrgänge in Calw und Northeim starteten mit insgesamt 252 Studenten, die Prüfung haben letztendlich 198 Studenten bestanden (Vorjahr 254 / 220).

Wer den qualifizierten Abschluss erreiche, habe indes ein sicheres Standbein in der Branche, betonte Behrens weiter. Damit sei für viele Absolventen der BFC jedoch noch lange nicht das Ende der Fahnenstange in Sachen Aus- und Weiterbildung erreicht. Nach der BFC stünden verkürzte Bachelor-Studiengänge im In- und Ausland zur Verfügung. In diesem Jahr würden 35 BFC-Prüflinge ein Studium an der Northwood University in Florida oder Michigan anschließen. Seit 1992 hätten sich damit insgesamt 250 Betriebswirte für ein Studium in den USA entschieden. An die Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch Gladbach gingen zehn Absolventen. Dies sei der erste Jahrgang dieser neuen Kooperation. Zukünftig werde auch hier jährlich mit rund 25 Studierenden gerechnet. Der Bachelor biete jedem die Chance zum Masterstudium und letztlich zur Promotion.

Jeder 10. noch mit Winterreifen

Hochsommer, schweißtreibende Temperaturen um die 30 Grad. Menschen brauchen Abkühlung, Sandalen statt Schnürstiefel. Für rund zehn Prozent der Autofahrer indes scheint die saisonale Zeit noch nicht angekommen zu sein, denn sie sind - wie eine Auswertung der Verkehrssicherheitsaktion "Wash & Check" jetzt ergab, noch immer mit Winterreifen unterwegs. Die Reifen-Experten des Kfz-Gewerbes warnten in diesem Zusammenhang vor einer falschen Bereifung, vor allem für die "große Urlaubsfahrt". Hochgerechnet auf den Fahrzeugbestand bedeute das Ergebnis der Aktion des deutschen Verkehrssicherheitsrates nämlich, dass rund vier Millionen Pkw falsch bereift unterwegs seien.

Pressegespräch zur Filternachrüstung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe informieren am 15. Juli 2008 im Autohaus Schmitt in Frankfurt zu Themen rund um Umweltzonen und Umweltplaketten. Fast ganz Frankfurt erklärt sich ab 1. Oktober zur Umweltzone. Jürgen Resch, Geschäftsführer der DUH, sowie Jürgen Karpinski, Präsident des hessischen Kfz-Gewerbes, beantworten die Fragen der Presse und demonstrieren eine Filternachrüstung.

Das fünfte Rad fährt mit

Wer denkt vor der Reise mit dem Auto schon an das Reserverad? Während der genaue Blick auf die Reifen vor der großen Fahrt für die meisten Autofahrer selbstverständlich ist, wird das fünfte Rad dabei oft vergessen. Auch wenn der Kopf voll ist mit Urlaubsplanung, darf der Ersatzpneu indes nicht zu kurz kommen: Sollte auf der Fahrt zum Ferienort wirklich der Fall der Fälle eintreten, muss der Reservereifen fit sein und großen Belastungen standhalten. Schließlich stehen Autobahnfahrten bevor und Insassen wie Gepäck bedeuten ein ordentliches Gewicht. Die Reifenexperten in den Kfz-Meisterbetrieben haben jetzt mit Blick auf die Urlaubsreisewelle Tipps zusammengestellt:

Der Luftdruck des Reservereifens sollte bei jeder Kontrolle der Reifen mitgeprüft werden - mindestens alle vier Wochen. Dabei ist das Ventil des Reserverades auf Verschmutzung zu untersuchen. Bei Urlaubszuladung den Luftdruck laut Betriebsanleitung um 0,2 bis 0,4 Bar erhöhen, da die Reifen bei voller Beladung auf schnellen Autobahnetappen am stärksten beansprucht werden - das spart zudem Sprit. Alle Räder, inklusive Reserverad, sollten zudem noch ausreichend Profil aufweisen. Ob die nötige Profiltiefe von drei Millimeter noch vorhanden ist, lässt sich mit einem einfachen Trick überprüfen: Steckt man eine Euromünze in das Profil und der goldenen Rand ist sichtbar, wird ein neuer Satz Reifen fällig.

Handelt es sich beim Notfallpneu vielleicht noch um die "Erstlingsausstattung", die seit Jahren im Kofferraum schlummert? Nicht benutzte Reifen altern schneller; sie neigen eher zu Rissen und Druckverlust. Denn in ruhendem Zustand können die Alterungsschutzmittel im Reifeninneren ihre Wirkung kaum entfalten. Das hat zur Folge, dass die Gummimischung einen Teil ihrer Fähigkeit verliert und die Reifen, besonders auf nasser Fahrbahn, deutlich schlechtere Fahreigenschaften aufweisen. Selbst wenn er noch tadellos aussieht und hohes Restprofil hat, gilt deshalb für den Reservereifen: Ist er über sechs Jahre alt, sollte er vom Fachmann untersucht werden.

20. Automechanika: Messe-Marathon

Frankfurt. Die Automechanika, weltweit führende Leitmesse für den automobilen Service und den Aftersales-Market, feiert Geburtstag: Zum 20. Mal findet die Messe statt, in diesem Jahr vom 16. bis 21. September. Aussteller und Besucher aus 140 Ländern werden auf dem Frankfurter Messegelände erwartet.

Die Automechanika wird ihre Erfolgsgeschichte fortschreiben. Mehr als 4.600 Aussteller sind eine neue Bestmarke und die Größe der automobilen Service-Messe wird an einem Vergleich deutlich. Messe-Marathon ist angesagt, denn - so Brandmanager Kurzwaski vor der Fachpresse - alle Gänge zwischen den Ständen in einer Richtung aneinander gereiht, ergäben rund 40 Kilometer Länge. Fehlten gut zwei Kilometer an der Marathon-Distanz.

Servicemarkt im Wandel

Wartungsloyalität sinkt, Schwarzarbeit steigt - Servicemarketing braucht Umweltaspekte - Serviceoffensive der 39.500 Unternehmen - Werkstattumsatz nahe 30 Milliarden Euro - Automechanika gibt Impulse - Investitionen für Umweltangebote - Diesel-Filter: Kulanzregelung vor der Entscheidung

Frankfurt. Die zurückgehende Ausgabenbereitschaft der Autofahrer und sich ändernde Kundenwünsche prägen zunehmend das Serviceumfeld für die rund 39.500 Unternehmen des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Zu den Folgen zählen sinkende Wartungsloyalität und ein Anstieg der Schwarzarbeit. Dies erklärte Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, vor Journalisten in Frankfurt. Dennoch bietet der Servicemarkt nach Einschätzung von Koblitz Wachstumspotenzial mit neuen Chancen für das Kfz-Gewerbe. Ungeachtet der aktuell rückläufigen Aufträge in den Servicesegmenten drei und vier, also bei über acht Jahre alten Autos, sei im laufenden Jahr ein Anstieg des Werkstattumsatzes auf rund 29 Milliarden Euro durchaus möglich. Die am 16. September beginnende Automechanika, die weltweit führende Leitmesse für den Autoservice, werde Impulse für ein von Umweltaspekten geprägtes Servicemarketing setzen.

Koblitz erinnerte daran, dass das noch immer zunehmende Durchschnittsalter der rund 41,2 Millionen Autos auf deutschen Straßen die Servicesegmente drei und vier dynamisch wachsen lasse. Für jedes fünfte Auto aus diesen beiden Segmenten sei im Vorjahr kein Werkstatt-Auftrag geschrieben worden.

Die Branche müsse einem drohenden Service-Vakuum entgegenwirken. Dies setze zielgruppenorientiertes Marketing voraus. Die Halter älterer Fahrzeuge benötigten individuelle Serviceangebote mit saisonalen Aktionen und Festpreis-Paketen. Die Branchenempfehlung mindestens einer Inspektion pro Jahr müsse den Autofahrern mit vielfältigen Maßnahmen des Servicemarketings nahe gebracht werden. So könne man das Wartungsdefizit abbauen.

Die Bedeutung der Automechanika in diesem Jahr sei besonders groß, weil eine schwierige wirtschaftliche Lage im Automobilgeschäft mehr schlechte als gute Nachrichten produziere. Die "neue automobile Normalität" des deutschen Marktes führe zwar zu steigenden Konsolidierungstendenzen, was indes nicht den Blick auf die Wachstumschancen des Marktes verstellen dürfe. Die Automechanika 2008 sei demzufolge auch ein Wegweiser für die Zukunft des Autoservice.

Der Trend der vergangenen zwei Jahrzehnte zeige die Veränderung des Servicemarktes. Die Zahl der Wartungsarbeiten pro Pkw, so Koblitz mit Hinweis auf den aktuellen DAT-Report, sei seit 1988 um fast ein Drittel gesunken. Der Wartungsaufwand habe sich im gleichen Zeitraum um 71 Euro pro Auftrag auf 241 Euro erhöht. Hingegen seien Verschleißreparaturen für den Kunden mit durchschnittlich 163 Euro gegenüber 1988 um 47 Euro günstiger geworden.

Sorge bereite die Zunahme von Schwarzarbeit und Do-it-yourself, wodurch der Branche rund sieben Millionen Aufträge verloren gingen. Dieses Volumen von geschätzten 1,6 Milliarden Euro jährlich entstehe mehrheitlich aus Wartungsarbeiten an älteren Fahrzeugen.

Leicht eingetrübt hat sich laut Koblitz das Investitionsklima in den 39.500 Unternehmen des Kraftfahrzeuggewerbes. Bei den technischen Investitionen mit durchschnittlich knapp 20.000 Euro gehe es vor allem um die Modernisierung der Werkstattausrüstung. In Immobilien wolle die Branche in den Jahren 2008 und 2009 weniger investieren, nämlich insgesamt rund 237 Millionen Euro. Insgesamt seien dies Ausgaben in Höhe von 710 Millionen Euro. Koblitz: "Diese Investitionen spiegeln den verhaltenen Optimismus wider."

In einer Phase anhaltender Strukturveränderungen sei es bemerkenswert, dass das Kfz-Gewerbe als Arbeitsmarkt weitgehend stabil geblieben sei. Einschließlich der annähernd 90.000 Auszubildenden gebe es knapp 470.000 Beschäftigte. Etwa 80.000 Meister und 145.000 Gesellen sowie 131.000 Angestellte, hiervon rund 40 Prozent aus dem technischen Bereich, zeugten von der Bedeutung des Service.

Zur aktuellen Situation beim Dieselfilter-Debakel sagte Koblitz abschließend, die unverändert niedrige Umtauschquote zwinge zu weiteren Aktivitäten. Koblitz forderte die Bundesregierung auf, nach dem KBA kurzfristig weitere Aktivitäten für ein "positives Umfeld für den Diesel-Filter" zu schaffen. Dazu müsse auch die Überlegung zählen, den Förderzeitraum über den 31.12.2009 hinaus zu verlängern und "Pkw-ähnliche Transporter" in die Förderung einzubeziehen. Das Kfz-Gewerbe sei sich zudem mit Umweltverbänden, Herstellern und dem Zentralverband des Handwerks einig, mit einer so genannten Transporter-Offensive Fahrverbote in den Umweltzonen zu vermeiden.

Im Rahmen der Automechanika werde die Filternachrüstung derartiger Fahrzeuge praktisch vorgeführt. Bereits im vierten Quartal werde zudem eine internetgestützte Übersicht aller Nachrüstmöglichkeiten für Transporter und leichte Nutzfahrzeuge bereit stehen. Fast 90 Prozent aller Handwerksbetriebe verfügten einer ZDH-Umfrage zufolge über mindestens ein Dieselfahrzeug bis 3,5 Tonnen. Für das Kfz-Gewerbe sei dies eine weitere Chance, die "neue grüne Kompetenz" zu zeigen.