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Kfz-Gewerbe geht in Transporter-Offensive

Filter-Demonstration mit der Umwelthilfe - Eine Million Umrüstungen sind möglich - Vorsichtige Prognose - Ausnahmen mit Augenmaß

Frankfurt. Das Kraftfahrzeuggewerbe geht in die Offensive! Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) demonstrierte der Kfz-Verband auf der Automechanika auf dem Frankfurter Messegelände die Nachrüstung von Transportern mit Rußpartikelfiltern. Wilhelm Hülsdonk, Vizepräsident und Bundesinnungsmeister des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, sagte vor Journalisten nach dem Debakel durch mangelhafte Filtersysteme für Pkw stehe die Branche vor einem Neubeginn. Es gehe um die Umwelt, das Servicegeschäft, aber auch um Vertrauen und Kompetenz "für ein gutes Produkt und Servicequalität".

Hülsdonk sagte weiter mit dem ersten Schritt der gemeinsamen Transporter-Offensive ziele man vor allem auf die Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 3. Dies seien rund 36 Prozent der etwa 1,6 Millionen Fahrzeuge, die ein Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen hätten. Das Filter-Angebot für diese Fahrzeuggruppe werde bis Jahresende bei rund 80 Prozent liegen, so dass "wir nach den Erfahrungen mit dem Pkw-Geschäft" rund 30 Prozent Nachrüstungen erwarten.

Diese Quote könne deutlich erhöht werden, gebe es eine steuerliche Förderung. Hülsdonk verwies darauf, dass es in den Fahrzeugklassen "oberhalb der Pkw bis 12 Tonnen" ein "Förderungs-Vakuum" gebe. Trotz der bisher bekannten steuerlichen Vorteile für die Transporter könne eine Förderung, gerade für Handwerks- und Kleingewerbebetriebe, die Nachhaltigkeit verbessern.

Mit Blick auf die neuen Umweltzonen in Frankfurt, München und in neun Städten des Ruhrgebietes forderte Hülsdonk von den Kommunen "Ausnahmen mit Augenmaß". Hierbei müsse man vor allem auch die nicht unerheblich große Gruppe der so genannten Stehfahrzeuge berücksichtigen, die zum Kunden oder zum Auftrag nur eine kurze Fahrtstrecke zurücklegten. Wörtlich: "Umweltschutz mit Augenmaß muss auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten berücksichtigen".

Abschließend sagte der Vizepräsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, man sei sich mit den Umwelt- und Automobilverbänden einig, dass der Transporter für die Versorgung der Bevölkerung in den städtischen Gebieten eine zunehmend wichtige Position einnehme. Eine erfolgreiche Nachrüstung im Rahmen der Transporter-Offensive, mit der man im Kraftfahrzeuggewerbe auch eine Modernisierung des Fahrzeugbestandes erreichen wolle, könne Zeichen setzen für das Geschäft im "schweren Lkw-Bereich". Hier könne man theoretisch bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge mit einer durchschnittlichen Auftragsgröße "um 6.000 Euro" nachrüsten.

Für die Transporter gehe man davon aus, dass die Kosten der Umrüstung mit einem Rußpartikelfiltersystem für die Pkw-baugleichen Fahrzeuge auf "dem bekannten Niveau um 600 bis 700 Euro" lägen.

Politik-Papier mit vier Forderungen

Mit Nachdruck hat der Vorstand des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes in seiner ersten Sitzung nach den Neuwahlen ein Politik-Papier mit vier Forderungen verabschiedet. Im Mittelpunkt stehen die Wiedereinführung der Pendlerpauschale vom ersten Kilometer an, ein schneller endgültiger Termin für eine CO2-basierte Kfz-Steuer, der Verzicht auf steuerliche Nachteile für Dienstwagen und eine längere Förderung der Dieselfilter-Nachrüstung.

Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, sagte dazu, die mittelständische Kfz-Branche verbinde mit diesem einstimmig verabschiedeten Papier die Hoffnung, dass klare und verlässliche politische Entscheidungen die derzeit im Markt zu beklagende Verunsicherung der Kunden abbaue. Die rund 39.500 Autohäuser und Werkstätten spürten sowohl im Verkauf als auch im Service eine Konsumzurückhaltung, die wesentlich aus verschobenen politischen Entscheidungen resultiere.

Das Kfz-Gewerbe sehe dringenden politischen Handlungsbedarf, um die ökologisch erforderliche Verjüngung des Fahrzeugbestandes anzuschieben. Die jüngsten Zulassungszahlen mit einem rund zehnprozentigen Rückgang im August bestätigten das schlechte Konsumklima im schwierigen Automarkt Deutschland. Klare Entscheidungen, beispielsweise für eine Verlängerung der steuerlichen Förderung von Rußpartikelfiltern, hätten spürbare Impulse für Umwelt und Konjunktur.

Kfz-Gewerbe feiert Jubiläum in Berlin

Sein 100jähriges Bestehen wird das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe am 26. November 2009 in Berlin feiern. Der Vorstand des Zentralverbandes verabschiedete einstimmig einen Vorschlag, die jährliche Bundestagung zur "Jubiläumsfeier mit besonderen Inhalten und Gästen" auszugestalten. Rund 800 Teilnehmer werden erwartet.

Parallel dazu wird es zahlreiche Veröffentlichungen, eine Chronik, die in Dekaden die 100jährige Branchengeschichte darstellt, und weitere begleitende Projekte geben. Der Vorstand verabschiedete auch ein Logo, das zur Bundestagung 2008 am 15. September in Frankfurt den Repräsentanten von Kfz-Innungen, Landes- und Fabrikatsverbänden präsentiert wird. Die Jubiläumsfeier wird das Motto der aktuellen Marketingkampagne übernehmen - Wissen, Können, Leidenschaft.

Betrüger unterwegs!

Der Täter ist offenbar auf Audi TT spezialisiert.

Die Kriminalpolizei Esslingen macht auf einen Betrüger aufmerksam, der es offenbar auf Fahrzeuge des Modells Audi TT abgesehen hat. Er hat bereits bei Autohäusern in den Bereichen Esslingen und Nürnberg entsprechende Fahrzeuge betrügerisch erworben. Es handelt sich um einen etwa 30jährigen, korpulenten Mann mit sächsischem Dialekt.

Er legt einen gestohlenen Personalausweis, ausgestellt von der Stadt Lübben auf den Namen Thomas Giese, vor. Nachdem er das Fahrzeug zu einer Probefahrt ausgehändigt bekam, verschwand er auf Nimmerwiedersehen. Im Falle seines erneuten Auftretens bittet die Polizei noch während der Verhandlungen um umgehende Benachrichtigung der nächsten Polizeidienstsstelle.

Licht-Test: Mitsubishi sponsert den Hauptpreis

Bei jedem dritten Pkw funktioniert die Beleuchtungsanlage nicht richtig. Das jedenfalls war die Bilanz des traditionellen Licht-Testes im Oktober 2007. Auch in diesem Herbst wird der für Autofahrer kostenlose Licht-Test wieder durchgeführt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund zehn Millionen Autofahrer, die damit einen großen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit in der dunklen Jahreszeit geleistet haben. Im Rahmen der Aktion besteht die Chance, einen Mitsubishi Lancer im Wert von 25.750 Euro zu gewinnen. Mitsubishi Motors ist in dem Jahr erstmals Partner der Aktion. Im Autohaus Brüggemann, Meisterbetrieb der Kfz-Innung Düsseldorf, besiegelten jetzt Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kfz-Gewerbes, und Kunihide Kume, Executive Vice President von Mitsubishi Motors Deutschland, die Partnerschaft.

Mit dem Gewinnspiel setzt sich eine über zwanzigjährige Kooperation mit der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift "AutoBild" fort, die einen Appell zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen mit einem neuen Auto als Hauptpreis verbindet. "AutoBild" wird den Wettbewerb im Oktober veröffentlichen. Aber auch in den Werkstätten werden Autofahrer am Gewinnspiel teilnehmen können. Das Deutsche Kfz-Gewerbe erwartet, dass in den 39.500 Meisterbetrieben der Kfz-Innungen im Aktionsmonat wieder rund eine Million Teilnahmeflyer für die Kundinnen und Kunden ausliegen werden. Im vergangenen Jahr ist eine Beteiligung von nahezu 90.000 Einsendungen erreicht worden.

Im 52. Jahr seines Bestehens leistet der Licht-Test nach wie vor einen großen Beitrag für die Verkehrssicherheit. Im Jahr 2007 wurde an fast 3,5 Millionen Pkw in den Werkstätten die Lichtanlage im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion kostenlos richtig eingestellt. Auf den Pkw-Bestand hochgerechnet, sind bei einer Mängelquote von 35 Prozent rund 14 Millionen Fahrzeuge betroffen. Ähnlich bedenklich verhält es sich mit der Mängelquote bei Trucks und Bussen mit rund 34 Prozent.

Der Licht-Test wird gemeinsam mit der Deutschen Verkehrswacht organisiert. Neben Mitsubishi Motors wird die Aktion vom ADAC, dem Zentralverband der Augenoptiker und Osram unterstützt. Schirmherr ist Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.

Werkstatttest: Auf dem richtigen Weg

Als eine "kundenorientierte Bestätigung der seit zwei Jahren laufenden Serviceoffensive" hat ein Sprecher des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes das Ergebnis des jüngsten Werkstättentests des ADAC bezeichnet. Dass zwei von drei Betrieben mit "sehr gut" und "gut" bewertet worden seien, bestätige den richtigen Weg der Serviceoffensive. 15 weitere Betriebe mit der Bewertung "befriedigend" sowie die Schlusslichter seien "noch nicht am Ziel".

Die von den ADAC-Testern genannten Kritikpunkte, hieß es vom Kfz-Verband, korrespondierten mit den Eckpunkten der Serviceoffensive, die branchenübergreifend neben den umfangreichen Maßnahmen der Hersteller umgesetzt würden. Dies betreffe auch die Kritikpunkte der fehlenden Transparenz der Rechnung und der "klaren Wartungsbezeichnungen". Hier seien die Markenwerkstätten mehrheitlich auf die Software-Angebote der Hersteller angewiesen.

Abschließend hieß es, die Ergebnisse des Tests ermutigten die Kunden, auf einer Auftragsannahme am Fahrzeug mit der Erläuterung der voraussichtlichen Arbeiten zu bestehen. Die so genannte Direktannahme müsse in der Regel "Pflichtteil" der Serviceannahme sein.

Kfz-Gewerbe: Maut für neue Straßen

Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe hat die hessische Initiative im Bundesrat begrüßt, eine "vollständige Zweckbindung der Lkw-Mauteinnahmen für Erhaltungsprojekte von Autobahnen und Bundesstraßen" zu erreichen. Einnahmen der Lkw-Maut, sagte ein Verbandssprecher, sollten vollständig in den Straßenneubau und die Substanzerhaltung fließen.

Der Güterverkehr auf der Straße werde allen Prognosen zufolge weiter zunehmen. Dies erfordere zusätzliche Investitionen vor allem in das Bundesfernstraßennetz. Bei einer Zweckbindung der Mauteinnahmen stünden die Mittel hierfür bereit. Zu begrüßen sei die vorgesehene Einteilung verbrauchsarmer und damit emissionsreduzierter Nutzfahrzeuge in günstigere Mautklassen.

In diesem Zusammenhang hieß es im Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe, die Bundesregierung sei dringend gefordert, die Fahrzeugklassen zwischen Pkw und zwölf Tonnen in eine Förderung für Diesel-Filter aufzunehmen. Die große Zahl der Transporter beispielsweise werde derzeit noch nicht unterstützt, obgleich sie häufig mit Pkw baugleich seien.

Vier Workshops der Nürnberger

Mit vier Workshops im Rahmen der Automechanika will der berufsständische Versicherer im Kraftfahrzeuggewerbe, die Nürnberger Gruppe, weitere Informationen zur so genannten EU-Vermittler-Richtlinie geben.

"Wie registriere ich mich bei der IHK?" ist Thema der Workshops auf der Sonderschau des Kraftfahrzeuggewerbes zur Automechanika in der Galleria zwischen den Hallen 8 und 9 auf dem Frankfurter Messegelände und des Informationsstandes zur Bundestagung am 15. September im Congress Center der Messe Frankfurt.

Die Termine der Workshops:

16.09.2008 von 11.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 15.00 Uhr,
17.09.2008 von 13.00 bis 14.00 Uhr und am
18.09.2008 von 13.00 bis 14.00 Uhr.

Kfz-Lehrlinge: Aus alt wird neu

Frankfurt. Wenn zur 20. Automechanika die automobile Servicewelt auf dem Frankfurter Messegelände zu Gast ist, haben Kfz-Lehrlinge eine besondere Aktivität geplant: Aus alt wird neu. Während der Messetage nämlich soll vom 16. bis 21. September ein betagter Golf in seine Einzelteile zerlegt, aufgearbeitet und restauriert sowie mit modernen Tuning-Teilen ausgestattet werden.

Auf dem Ausbildungsstand der gemeinnützigen Organisation "yourmove" auf dem Freigelände mit 1.000 Quadratmeter Fläche wird es auch eine Leistungsschau der Berufsweltmeisterschaften geben. Das "yourmove"-Projekt mit einem Golf II wird vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe, dem ZKF, der Landesfachschule Frankfurt und mehreren Berufsschulen unterstützt.

Richtig versichert zur Oldtimer-Rallye

Oldtimer sind Liebhaber-Objekte. Wer sie noch lange hegen, pflegen, fahren und eventuell einmal ausstellen möchte, sollte sie auch versichern. Mit der neuen AutoVersicherung KlassikSchutz reagiert die Nürnberger als berufsständischer Partner des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes jetzt auf die wachsende Zahl historischer Fahrzeuge.

Die Fakten rechtfertigen das Engagement: 1997 wurden erstmals 13.500 Historienkennzeichen für Oldtimer mit einem Alter von mindestens 30 Jahren ausgegeben. Seither stieg diese Zahl der Oldtimer auf heute 160.470 Fahrzeuge an, so das Kraftfahrt-Bundesamt. Parallel zum Bestand steigt der Bedarf an Reparatur- und Serviceleistungen der Kfz-Meisterbetriebe. Das Servicegeschäft bekommt damit weitere wichtige Impulse.

Die Liebhaber-Objekte sind Werte, die gut geschützt sein wollen. Die neue Versicherung bietet für Fahrzeuge in zwei Kategorien - Oldtimer (mindestens 27 Jahre) oder Klassiker (mindestens 40 Jahre) - mit einen Marktwert bis 100.000 Euro, eigens auf diese Fahrzeuge abgestimmte Extras: Neben den übliche Leistungen versichert sie etwa Oldtimer-Rallyes und so genannten Gleichmäßigkeitsfahrten nach den Regeln der FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens). Auch Transport- und Havarieschäden sind EU-weit abgedeckt.