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Kaufanreize auch für junge Gebrauchte

Kaum hat die Bundesregierung die Kfz-Steuererfreiung für alle Neuwagen beschlossen, starten die Diskussionen in den Koalitionsfraktionen. Es werde über Alternativen nachgedacht, heißt es, ohne jedoch weitere Details zu nennen. In der Tat bestehe noch weiterer Handlungsbedarf, meint Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Die Steuerbefreiung für neue Fahrzeuge sei sicher ein erster richtiger Schritt, gehe indes nicht weit genug. Bei den Kaufanreizen fordert er vor allem junge Gebrauchtwagen einzubeziehen, wenn sie die Umwelt-Standards erfüllen.

Von den Fraktionen offenbar erwogene Alternativmaßnahmen kann Koblitz nur dann begrüßen, wenn sie tatsächlich, kurzfristig und effizient umgesetzt werden. Sie dürften indes keinesfalls über Diskussionen weiter auf die lange Bank geschoben werden. Jetzt könne zudem die Chance genutzt werden, nicht nur finanzielle Anreize für schadstoffarme neue Fahrzeuge zu setzten. Ein umfassendes Konjunkturprogramm für den Autohandel müsse vielmehr in gleichem Maße eine Förderung für Gebrauchtwagen, die unter dem durchschnittlichen derzeitigen CO2-Wert liegen und nicht älter als ein oder zwei Jahre sind, vorsehen sowie Transporter und Pkw-baugleiche Nutzfahrzeuge einbeziehen.

Ferner forderte Koblitz "keine Ankündigungen mehr, die dazu beitragen, die Kaufentscheidung wieder und weiter zu verschieben." Schon jetzt müsse auch Klarheit über die CO2-Steuer geschaffen werden. Eine schnelle Reform der Kfz-Steuer auf der Basis der CO2-Ziele bereits zum 1. April 2009 könne mittelfristig wirkende Anreize zur Modernisierung des Pkw-Bestandes schaffen.

Beide Fraktionen berieten am Dienstag in Berlin über das Investitionspaket, das in einer Sondersitzung der Unionsfraktion am Donnerstag erneut auf der Agenda steht. Die Kfz-Steuerbefreiung ist Bestandteil des Pakets. Die Fraktionen können im parlamentarischen Verfahren noch Änderungen an den Konjunkturhilfen vornehmen.

Resolution für eine neue Kfz-GVO

St. Gallen. Beim traditionellen Branchentreffen haben die Kraftfahrzeugverbände Luxemburg, Schweiz, Südtirol, Österreich und Deutschland eine Resolution beschlossen, mit der die Europapolitiker für eine neue Kfz-GVO überzeugt werden sollen.

Die Resolution hat folgenden Wortlaut:

In den Ländern der Europäischen Union und der Schweiz werden Verkauf, Wartung und Reparatur von Automobilen durch 350.000 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit insgesamt 2,8 Millionen Beschäftigten durchgeführt.

Der rechtliche Rahmen für die Tätigkeit dieser Unternehmen ist die europäische Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (Kfz-GVO). Kernpunkte sind unter anderem:

- Vorgaben für die zulässigen Inhalte der Verträge zwischen den KMU des Kfz-Gewerbes und den wirtschaftlich überlegenen Automobilherstellern.

- Das Recht dieser Unternehmen, Automobile mehrerer Marken verkaufen und reparieren zu dürfen.

- Das Recht der KMU des Kfz-Gewerbes, ihren vertragsgebundenen Betrieb auf einen Markenkollegen übertragen zu dürfen.

- Mindestfristen für die Kündigung von Händler- und Werkstattverträgen durch die Automobilhersteller und deren Pflicht zur Begründung der Kündigung.

Auf Basis dieser Rahmenbedingungen haben KMU des Kfz-Gewerbes mehrere Milliarden Euro, zum Beispiel in Mehrmarkenbetriebe, investiert und hierfür Kredite aufgenommen.

Nun will die EU-Kommission, die Kfz-GVO zum 31. Mai 2010 ersatzlos auslaufen zu lassen.

Damit könnten vor allem Mehrmarkenbetriebe von den Herstellern untersagt werden. Dann würden viele KMU des Kfz-Gewerbes ihre Existenz verlieren, weil sich ihre Investitionen nicht mehr amortisieren und sie die dazu notwendigen Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten. Dies stünde in offenem Widerspruch zum besonderen Schutz der KMU, den die Europäische Union im Small Business Act ausdrücklich verankert hat. Die Arbeitsplätze von zigtausenden Beschäftigten gingen verloren.

Der Wettbewerb zwischen den Marken und innerhalb der Marken nähme zum Nachteil der Verbraucher ab. Der Weg zum nächsten Betrieb würde für den Autofahrer weiter.

Deshalb fordern die unterzeichnenden Verbände die EU-Kommission auf, die Existenz dieser KMU und ihrer Beschäftigten - auch zum Vorteile des Wettbewerbs und der Verbraucher - nicht zu gefährden und die aktuelle Kfz-Gruppenfreistellungverordnung 1400/2002 über den 31. Mai 2010 hinaus unverändert um mindestens zehn Jahre zu verlängern.

Finale der Besten auf Bundesebene

Die besten Kfz-Mechatroniker aus 16 Bundesländern kämpfen um den Pokal. Beim Finale des Praktischen Leistungswettbewerbs am 22. November 2008 in der Berufsbildungsstätte der Handwerkskammer Lübeck-Travemünde treffen die Landessieger aufeinander. Der Sieg in der Bundesausscheidung eröffnet ihnen die Chance, zum Fünf-Länder-Cup 2009 nach Luxemburg zu fahren, wo die Gewinner aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Luxemburg dann um das Ticket zu den EuroSkills 2010 in Polen wetteifern. Parallel sucht das Deutsche Kfz-Gewerbe im "2. Girls Casting" die drei Besten in der Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin, die als Botschafterinnen für den "Girls Day 2009" auftreten werden.

Die Berufswettbewerbe sollen junge Menschen fordern und fördern. Sie zeigen Chancen auf und motivieren zu mehr Leistung. Um das Finale zu erreichen, haben die Gesellen einen langen Weg über Innungs-, Kammer- und Landesausscheidungen beschritten. In Travemünde müssen sie nun vor den Augen der 16-köpfigen Jury, in der auch die Teilnehmer der Internationalen Berufswettbewerbe der letzten Jahre sitzen, acht Stunden lang praktische Aufgaben auf hohem Niveau lösen. Die Arbeiten, die so auch täglich in der Werkstatt vorkommen können, reichen von Motormanagement und Fahrzeugvermessung bis hin zum Prüfen der Abgaswerte und umfangreichen Fehlerdiagnosen. Dabei sind die Wettstreiter gefordert, an verschiedenen Autofabrikaten zu werken. Die internationalen Wettbewerbe im Blick, müssen sie sogar Fragen in englischer Sprache meistern. Der Sieger kann sich auf eine feierliche Preisverleihung am Abend freuen.

Im Internet unter www.autoberufe.de stehen Informationen über die Wettbewerbe bis hin zur Berufs-Olympiade.

Richtiger Schritt, aber zu kurz gesprungen

Als "Schritt in die richtige Richtung, aber zu kurz gesprungen", wertet das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe den gestrigen Kabinettsbeschluss. Die Bundesregierung hat sich darauf verständigt, schadstoffarme Neufahrzeuge befristet von der Steuer zu befreien. Für Pkw mit Erstzulassung ab sofort wird demnach befristet bis zum 31. Dezember 2010 die Kfz-Steuer für ein Jahr ausgesetzt. Für Fahrzeuge, welche die Euro-5- und Euro-6-Norm erfüllen, verlängert sich die maximale Kfz-Steuerbefreiung auf zwei Jahre ab Erstzulassung.

Die Entscheidung der Bundesregierung sei ein erster richtiger Schritt, der Kaufzurückhaltung der Autofahrer entgegenzuwirken, sagte ein Verbandssprecher. Entscheidend dabei sei, dass die Kfz-Steuerbefreiung - wie in der vergangenen Woche angekündigt - rückwirkend ab dem gestrigen Kabinettsbeschluss gelte. Wer seinen Neuwagen also gestern erstmals zugelassen hat, profitiere bereits von der Steuerbefreiung.

Indes werde die längst überfällige Reform der Kfz-Steuer jetzt unnötig auf die lange Bank geschoben, hieß es weiter. Der Kabinettsbeschluss sage aus, dass erst 2011 mit der CO2-basierten Kfz-Steuer zu rechnen sei. Es sei demnach zu befürchten, dass die jetzige Bundesregierung das CO2-basierte System nicht mehr umsetzen werde. Damit werde die Chance vertan, der Verunsicherung der Verbraucher und einer daraus resultierenden Kaufzurückhaltung in der bislang ergebnislosen CO2-Debatte entgegenzuwirken. Zudem könne die Umstellung der Kfz-Steuer auf ein CO2-basiertes System den Bestand mit einbeziehen. Auf diese Weise würde dann auch der ökologisch wünschenswerte Umstieg auf einen verbrauchsgünstigeren und emissionsärmeren Gebrauchtwagen gefördert.

Kfz-Gewerbe für Steuerbefreiung ab sofort

Als positives Signal für die gesamte Automobilwirtschaft hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die von der Bundesregierung angekündigte befristete Steuerbefreiung für schadstoffarme Neufahrzeuge bezeichnet. Der hiervon ausgehende psychologische Effekt sei mindestens ebenso wichtig wie die wirtschaftliche Entlastung für Autokäufer.

Jetzt komme es darauf an, die Maßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen. Dazu ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz: "Wir haben keine Zeit für ein Bund-Länder-Gerangel und ideologische Grundsatzdebatten. Es muss eine Lösung her." Entscheidend sei, dass die Steuerbefreiung nicht erst für Verkäufe ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Neuregelung gelte, sondern rückwirkend ab dem Kabinettsbeschluss der Bundesregierung, also ab sofort. In diesem Punkt dürfe die Sprachregelung keinerlei Zweifel aufkommen lassen. "Andernfalls warten erst mal alle auf das Gesetz, und bis dahin wird kein Auto mehr verkauft. Damit gäbe man uns Steine statt Brot", so Koblitz weiter.

Die nach Schadstoffklassen gestaffelten Fristen für die Steuerbefreiung seien das richtige Mittel zur bezweckten umweltverträglichen Förderung des Fahrzeugabsatzes. Eine Differen­zierung nach dem CO2-Ausstoß habe anderswo zu erfolgen, nämlich bei der Kfz-Steuer selbst. Deren längst überfällige Reform dürfe jetzt nicht etwa auf die lange Bank geschoben werden. Bei der Ausgestaltung der Kfz-Steuer habe man es insbesondere in der Hand, Ressourcen- und Klimaschutz mit noch längerem Hebel, nämlich unter Einbeziehung bereits zugelassener Fahrzeuge zu betreiben. So könne auch der ökologisch wünschenswerte Um­stieg auf einen verbrauchsgünstigeren und emissionsärmeren Gebrauchtwagen gefördert werden.

Zehn Jahre und ein "Junior Award"

Der Beruf Automobilkaufmann wird zehn Jahre alt. Heute erlernen nahezu 11.000 junge Menschen den im Jahr 1998 staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Grund genug für das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe, am 15. November 2008 im Autohaus Schmid in Jülich die Erfolgsgeschichte zu feiern. Erstmals wird dort auch der "Junior Award" vergeben. Dieser Preis, gesponsert durch den Arbeitskreis Banken, zeichnet die drei besten Auszubildenden 2008 im Beruf Automobilkaufmann für ihre Leistungen aus.

Auf der Veranstaltung werden Auszubildende und Lehrer der ersten Stunde den Blick zurück wagen. Neue Arbeitsgebiete im Vertrieb von Automobilen - wie Finanzierung, Leasing, Flotten-Management, Versicherungs- und Garantieleistungen - hatten seinerzeit einen speziell zugeschnittenen kaufmännischen Beruf für das Kraftfahrzeuggewerbe gefordert. Gesprächsrunden werden über die Themen "Das Berufsbild gestern und heute" sowie "Das Berufsbild aus Sicht der Praktiker" informieren. Als Redner werden neben Birgit Behrens, Geschäftsführerin der Abteilung Berufsbildung, Ernst-Robert Nouvertné, Präsident des Landesverbandes NRW, sowie Dieter Berens als "Vater des Berufes" auftreten.

<span style=\'color:#E72817\'>ACHTUNG Abzocke!</span>

Nepper, Schlepper, Bauernfänger - Warnung vor Yellowpage.ag

Zum Herunterladen: Abzocke.pdf

<span style=\'color:#26509F\'>Mitgliederversammlung</span>

Termin: 04.12.2008

Zeit: 16.00 Uhr

Ort: Handwerkskammer Chemnitz (Technologiegebäude)

Themen:

- Satzungsänderung

- Was wird mit GVO?
Referent: GF Landesverband Hr. Ulrich Große

- Was bringt uns ÜLO?
Referent: Hr. Uwe Sturzbecher

- Arbeitssicherheit
Referent: Hr. Tilo Hofmann

Kfz-Gewerbe fordert Hilfen von Herstellern und Politik

Autohandel verspürt starken Kosten- und Preisdruck - "Internationales Votum" für eine neue GVO - Händlerkongress für neues Geschäftsmodell - Autohäuser wollen eine gerechtere Risikoverteilung

Frankfurt. In einer sich verschärfenden Lage für den deutschen Automobilhandel hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe Hilfen und rasche Entscheidungen von Politik und Herstellern gleichermaßen gefordert. Die knapp 20.000 Handelsunternehmen könnten keine konjunkturelle Entwarnung geben, denn die Verbraucher hielten sich beim Autokauf merklich zurück. Ulrich Fromme, Vizepräsident und Sprecher der Fabrikatsverbände im Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe, sagte vor Journalisten in Frankfurt im Vorfeld des ersten Fabrikatshändlerkongresses, sowohl die seit langem ausstehenden politischen Entscheidungen, zum Beispiel zur CO2-basierten Kfz-Steuer oder zur aktuell diskutierten Förderung umweltfreundlicher Autos, als auch eine neue Definition des Geschäftsmodells zwischen Hersteller und Handel könnten wesentlich zum Weg aus schwierigen Lage beitragen.

Der Kongress mit rund 700 Automobilhändlern aus nahezu allen europäischen Ländern und den USA werde sich neben der aktuellen Entwicklung durch die Finanzmarktkrise unter anderem mit den Themen Gruppenfreistellungsverordnung, Arbeitsmarkt Automobilhandel und Vertriebsbindungen der Zukunft beschäftigen. Ziel des Kongresses sei es auch, die Position des Automobilhandels in die Öffentlichkeit zu tragen.

Fromme sagte, die Zukunft des Automobilhandels in Deutschland bedürfe mittelfristiger Konzepte und keiner bloßen Ad-hoc-Strategien aufgrund der schwierigen Marktsituation. Die Branche sei aber trotz der aktuellen Herausforderungen und Verwerfungen selbstbewusst genug, ihre perspektivischen Chancen an der Nahtstelle zwischen Produzent und Konsument zu nutzen. Dies bedinge eine neue Art von Geschäftsmodell in der Vertragspartnerschaft mit Herstellern, denn etwa beim Thema Leasing zeige sich exemplarisch, dass die Risikoverteilung einseitig zu Lasten des Handels gehe.

Gleiches sei beispielsweise festzustellen bei Bauinvestitionen sowie Kosten für Standards und Schulungen. Im Besonderen gelte in der aktuellen Phase, dass "wir in den Familien der Marken" auch über neue Zahlungsziele und Konditionen sprechen müssten, wenn Hersteller-initiierte Verkaufsaktionen umzusetzen seien. Die Phasen der starken preisorientierten Marketingprojekte müssten vorbei sein, denn "wir im Handel haben dadurch kein Geld verdient, sondern oft genug zugesetzt".

"Gut zwei Monate vor Jahresabschluss" werde es immer schwieriger, die ohnehin nicht euphorische Prognose von 3,15 bis 3,2 Millionen Neuzulassungen zu erreichen. Ein Unterschreiten dieser Erwartung könne man nicht mehr ausschließen. Die Unwägbarkeiten des Marktes seien zu groß.

Die nach dem Rettungspaket für die Banken auch für den Automobilhandel in Deutschland wichtigen Maßnahmen durch politische Entscheidungen gehörten schnell umgesetzt. Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe, sagte Fromme, begrüße die Ankündigung der Bundeskanzlerin, umweltfreundliche Fahrzeuge fördern zu wollen. Dies schließe nach dem Verständnis des Handels aber auch gebrauchte Pkw ein, die die zu definierenden Umweltstandards erfüllten. Fromme verwies darauf, dass nahezu 40 Prozent der gebrauchten Pkw im Markenhandel bis zwei Jahre alt sind.

Mit Blick auf Europa ergänzte Fromme, andere wichtige Automärkte, zum Beispiel Italien, Spanien und Frankreich, profitierten von stützenden staatlichen Maßnahmen. Eine Modernisierung des in Deutschland überalterten Fahrzeugbestandes sei auch wichtig, um die Umweltziele zu erreichen. Der Privatkonsum im Automarkt brauche finanzielle Anreize für die Modernisierung.

Als positives Beispiel könne aber - bei einem EU-Durchschnitt im Zeitraum Januar - September 2008 von minus 4,5 Prozent - nur Frankreich mit einem Plus von 3,4 Prozent herhalten. Italien mit minus 11,3 Prozent und Spanien mit minus 22,0 Prozent seien im Gegenteil Beispiele dafür, dass solche direkten staatlichen Förderungsprogramme höchst fragwürdig seien. Dieselben sorgten für ein Strohfeuer mit einem vermutlich hohem Mitnahmegrad und für ein "Loch" nach dem Termin der Förderung.

Der Kfz-Verband schätze die Zielgruppe eines Förderprogramms auf rund zwei Millionen Autofahrer, denn nach einer vom ZDK in Auftrag gegebenen forsa-Studie hätten in diesem Jahr 14 Prozent der Autokäufer aus Kostengründen den Kauf verschoben. Fromme: "Kfz-Steuerreform und Umweltanreize sind ein attraktives Konjunkturprogramm".

Abschließend ging Fromme auf die Forderung des deutschen und europäischen Kfz-Gewerbes für eine neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) ein. Eine Kfz-spezifische GVO sei nach Auslaufen der derzeitigen GVO 1400/2002 am 31. Mai 2010 zwingend notwendig. Nur dadurch könne das bestehende Machtungleichgewicht zwischen Automobilherstellern und -händlern bzw. -werkstätten zumindest teilweise kompensiert werden und die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs auf den Vertriebs- und Servicemärkte zu Gunsten der Verbraucher gewährleistet werden.

Autohandel will keine Verschrottungsprämie

Frankfurt. In der anhaltenden Diskussion über Subventionen für die Automobilindustrie hat der Automobilhandel sich gegen eine Verschrottungsprämie ausgesprochen. Ulrich Fromme, Sprecher der Fabrikatsverbände und Vizepräsident im Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe, sagte zum Auftakt des zweitägigen internationalen Händlerkongresses, eine derartige Maßnahme wirke lediglich kurzfristig mit "überhitzen Konjunkturzyklen" und ungewollten Mitnahmeeffekten.

Der Handel brauche langfristig wirkende Maßnahmen, die zur finanziellen Entlastung der Käufer beitrügen. Eine Kfz-Steuerreform sei ein derartiges Instrument, um beispielsweise junge und verbrauchsarme Fahrzeuge zu fördern. Der Handel wolle dies aber auf neue und gebrauchte Fahrzeuge ausdehnen, die den umweltpolitischen Vorgaben entsprächen. Eine reine Neuwagenförderung helfe dem standortgebundenen Handel nur bedingt, sagte Fromme.