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30.000 neue Lehrlinge in den Auto-Berufen

Ausbildung in der Kfz-Branche bleibt auf hohen Niveau - Auto-Berufe trotzen der demografischen Lücke - Jeder zweite Kfz-Mechatroniker mit mindestens Mittlerer Reife - Fahrzeuglackierer auf Erfolgskurs - Niedrigere Abbruchquote als im Gesamthandwerk - Lob für die Nachwuchskampagne - Werkstatttore werden für Mädchen geöffnet - "Girls Day - Mädchen-Zukunftstag!"

Köln. Mit 94.500 Auszubildenden und einer Ausbildungsquote von rund 20 Prozent ist das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe auch im Autojahr 2008 eine der größten Ausbildungsbranchen Deutschlands. Mehr als 30.000 neue Lehrlinge wurden mit Beginn des Ausbildungsjahres 2007/2008 eingestellt. Dies sind 1.000 Ausbildungsverträge mehr als ein Jahr zuvor, sagte Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, vor Journalisten heute (14. März) in Köln. Diese Daten spiegelten das international anerkannt hohe Niveau der Ausbildung im Kraftfahrzeuggewerbe und die Attraktivität der Auto-Berufe wider.


Einen kleinen Schatten in der strahlenden Ausbildungsbilanz der Branche mit knapp 40.000 Betrieben sieht Rademacher in der Zahl der Ausbildungsbetriebe, die mit der positiven Entwicklung der Ausbildungsbilanz nicht Schritt halten konnten. So bildeten im Vorjahr 25.600 Kfz-Meisterbetriebe aus. Dies sei ein Rückgang der Ausbildungsbetriebsquote um einen Prozentpunkt auf 36 Prozent. Der zu erwartenden demografischen Lücke steuere die Branche mit attraktiven Ausbildungsangeboten entgegen. "Wir ersetzen bereits im ersten Ausbildungsjahr \'Feile\' und \'Hammer\' durch den Umgang mit Mess- und Diagnosegeräten", erklärte Rademacher den bereits seit Jahren eingeleiteten Paradigmenwechsel in der Ausbildung hin zu mehr IT-Qualifikation.


Zahl neuer Lehrlinge ist auf hohem Niveau

Der Erfolg der Nachwuchsförderungskampagne zeige sich vor allem im Ausbildungsberuf des Kfz-Mechatronikers. Mit 20.730 Ausbildungsverträgen im Jahr 2007 liege die Zahl neuer Lehrlinge auf konstant hohem Niveau. Bemerkenswert sei die zunehmende Einstiegsqualifikation der Berufsbewerber. Jeder zweite Lehrling könne einen Schulabschluss von mindestens Mittlerer Reife vorweisen. Bevor Kfz-Mechaniker und Kfz-Elektriker im Jahr 2003 im Berufsbild Kfz-Mechatroniker aufgingen, habe diese Quote noch bei 35 Prozent gelegen. Die besseren Schulabschlüsse korrespondierten zudem mit einer geringen Abbruchquote (16 Prozent). Die seit über zwei Jahrzehnten mit der Automobilindustrie laufende Nachwuchsförderungskampagne habe als eine Zielsetzung, den Trend der besseren schulischen Vorbildung zu stärken und auszubauen.


Fahrzeuglackierer auf Erfolgskurs

Dass Entbürokratisierung und Neufassung von Berufen ihren Wert hätten, zeige die Entwicklung des "Fahrzeuglackierers", der seit 2003 als eigenständiger Beruf ausgebildet werde. Bis dahin habe der Fahrzeuglackierer als Untergruppe zu den "Malern und Lackierern" gehört. In diesem Berufsbild sei mit 3.268 neuen Lehrlingen eine Steigerung um 23 Prozent erreicht worden. Dies sei ein besonderer Verdienst der Kfz-Meisterbetriebe sowie der Lackierer- und Karosseriebaubetriebe.

Die kaufmännischen Berufe des Kfz-Gewerbes haben sich nach Angaben Rademachers mit insgesamt 17.780 Auszubildenden auf der Berufswunschliste weit oben positioniert. Mit 4.063 neu abgeschlossenen Verträgen (plus 5,8 Prozent) habe sich die Ausbildung zum Automobilkaufmann als ein gefragter Berufseinstieg mit steigender Tendenz erwiesen. Rademacher wörtlich: "Alle Auto-Berufe sind und bleiben Chancen für Könner."


Die Frauenquote nimmt stetig zu

Die Frauenquote in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker nehme auf niedrigem Niveau stetig zu. Von 70.000 eingetragenen Ausbildungsverhältnissen im Beruf Kfz-Mechatroniker fielen etwa 1.300 auf junge Frauen. Dies seien knapp zwei Prozent. Die Chancen in den "Männer-Berufen" würden für junge Frauen weiter steigen, denn der Wettbewerb der Unternehmen um qualifizierten Nachwuchs werde härter. Mittelfristig erwarte man eine Verdoppelung der derzeitigen Frauenquote.


Im Rahmen der Nachwuchsförderungskampagne habe das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe die Aktion "Girls ans Auto" gestartet, um mehr Mädchen für kfz-technische Berufe zu begeistern und mehr Kfz-Unternehmen zu motivieren, sich aktiv für qualifizierte Bewerberinnen zu öffnen. Kfz-Betriebe, die bereits Mädchen ausbildeten seien in einer Adressdatenbank im Internet unter www.autoberufe.de zu finden.


Kfz-Betriebe sind beim "Girls Day"

Am 24. April 2008 erwarte die Branche bis zu 10.000 Kfz-Meisterbetriebe im Deutschen Kfz-Gewerbe, die Schülerinnen der Klassen fünf bis zehn zu einem Besuch in den Werkstätten einladen, erklärte ZDK-Geschäftsführer Ingo Meyer. Beim "Girls Day - Mädchen-Zukunftstag" stehe das praktische Erleben im Mittelpunkt: Mädchen könnten Einblicke in die Praxis verschiedener Ausbildungsberufe gewinnen und Kontakte für den beruflichen Lebensweg herstellen. Die Nachfrage der Betriebe nach Einladungsflyern habe sich gegenüber 2007 verdreifacht. Die Zweitplazierte des "Girls Castings 2007", Christiane Gowik (20) aus NRW, und Nora Bost (20) aus dem Saarland, die als einzige Kfz-Mechatronikerin unter 15 Männern am Bundesleistungswettbewerb 2007 teilgenommen habe, seien die Botschafterinnen des Kfz-Gewerbes für den Girls Day 2007.

Kfz-Gewerbe hofft auf Auto-Frühling

Guter Jahresstart stärkt Erwartungen - Kfz-Verband erwartet 3,15 Millionen neue Pkw - Gesamtumsatz mit kleinem Minus von 1,1 Prozent auf 129,7 Milliarden Euro - Wachstumsmärkte mit gebrauchten Pkw und Transportern - Rendite-Erosion im Handel mit neuen Pkw - Rademacher stellt Preisempfehlungen (UPE) zur Disposition - Kfz-Gewerbe definiert den "neuen Markt" - Privat kauft gebrauchte und "angebrauchte" Autos - Autohäuser beklagen Unordnung im Markt - Servicegeschäft bleibt auf hohem Niveau - Warnung vor Preiskampf in den Werkstätten - "Arbeitsmarkt Kfz-Gewerbe" wird stabiler - Neue GVO mit Schutzbestimmungen - Schnelle Kfz-Steuerentscheidung gefordert - Längerer Förderzeitraum für schwere Nutzfahrzeuge - Nach dem Filter-Debakel in der Offensive - Bio-Sprit: Kfz-Gewerbe will neuen Termin


München. Der positive Start in das Autojahr 2008 mit einem Plus von rund elf Prozent bei neuen und gebrauchten Pkw, ein erneutes Wachstum im Auftragseingang (plus elf Prozent) und allgemein positive Wachstumsprognosen für den Privatkonsum im Binnenmarkt lassen das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe auf den Auto-Frühling hoffen. Der März als der traditionelle Auto-Monat mit den höchsten Verkaufszahlen werde richtungweisend für die Qualität des neuen Autojahres sein, sagte Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Wörtlich: "Die ersten beiden Monate sind eine statistische Aufholjagd. Erst im März gibt es Vorentscheidungen. Wir hoffen auf einen Auto-Frühling."

Die aktuelle Lage der Branche stärke vorsichtige Erwartungen für ein Autojahr, das in seinen Ergebnissen deutlich besser werde als 2007. Im Neuwagengeschäft habe man eine regelrechte Renditeerosion erlebt. Zur Bilanz des Autojahres 2007 sagte Rademacher, Umsatzrückgänge im Geschäft mit neuen Pkw habe die Branche durch Wachstum mit gebrauchten Pkw sowie einem erfolgreichen Nutzfahrzeug- und Transportergeschäft teilweise ausgeglichen. Der Service bleibe in Umsatz (plus 2,7 Prozent) und Ertrag ein stabiles Fundament für die 39.750 Autohäuser und Werkstätten (minus 450 gegenüber Vorjahr).




Rund acht Prozent weniger Autokäufe Traditionell legte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe zwei Tage vor der Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München Bilanz und Ausblick für das von ihm vertretene Gewerbe vor. Die Gesamtzahl der Autokäufe, neu und gebraucht, sei um knapp acht Prozent auf 9,4 Millionen gesunken. Bei der Bilanz des Autojahres 2007 müsse man zudem konstatieren, dass - so wörtlich - "wir von einer Einheit des deutschen Automarktes weit entfernt sind". So habe der bundesweit durchschnittlich um 9,2 Prozent gesunkene Neuwagenmarkt in den neuen Bundesländern rund 17 Prozent verloren. Das Minus im Westen hingegen betrage acht Prozent. Dies begründe, dass die Umfragewerte im Osten schlechter seien als in den alten Bundesländern. Die kräftigen Preissteigerungen für Lebensmittel und Energie bremsten offensichtlich die Erwartungen regional sehr unterschiedlich.

Automarkt ohne Einheit

Mit 129,7 Milliarden Euro habe die Branche einen Umsatzverlust von lediglich 1,1 Prozent verbuchen müssen. Die hohen Verluste im Neuwagenbereich (minus 6,5 Prozent) und das zweistellige Umsatzminus der freien Gebrauchtwagenhändler (minus 10,2 Prozent) seien durch das unerwartet starke Wachstum im Gebrauchtwagengeschäft des Markenhandels (plus 6,8 Prozent) und einem expansiven Lkw-Geschäft (plus 7,6 Prozent) fast vollständig ausgeglichen worden.

Auto-Service auf der "guten Seite"

Das nominale Wachstum von 2,7 Prozent im Service gehöre auf die "gute Seite der Bilanz". 27,8 Milliarden Euro Umsatz im Service seien ein deutlich besseres Ergebnis als erwartet. Verluste aus dem Reifengeschäft und der Filternachrüstung seien aufgefangen worden. Die Preisentwicklungen bei Produkten und Dienstleistungen müssten vor dem Hintergrund der "neuen Mehrwertsteuer", sich verändernder Teilmärkte sowie dem starken Anstieg der gewerblichen Neuwagenkäufe relativiert werden.

Höhere Preise durch Jungwagen

Die Durchschnittspreise inklusive Mehrwertsteuer für neue Pkw erhöhten sich um 6,1 Prozent auf 25.970 Euro (Vorjahr: 24.480 Euro). Ursächlich dafür seien mehrheitlich der gestiegene Anteil gewerblicher Käufe und das Wachstum im Dieselbereich auf 47,7 Prozent (Vorjahr: 44,3 Prozent). Bei den Preisen für gebrauchte Pkw gehe die Erhöhung um rund 1,1 Prozent vor allem auf die große Nachfrage nach wenig gefahrenen "Jungwagen" zurück. Nicht zuletzt hierdurch habe es im Markenhandel einen Preissprung auf durchschnittlich 12.380 Euro (Vorjahr: 11.670 Euro) gegeben. Preisstabilität werde aus dem freien Gebrauchtwagenhandel berichtet. Dort habe nunmehr der Durchschnittspreis 6.500 Euro (Vorjahr: 6.590 Euro) betragen.

Im Service gab es nach Darstellung Rademachers einen moderaten Anstieg des Preises für eine Werkstattstunde auf rund 65 Euro. Dabei gebe es je nach Standort und Marke eine Bandbreite zwischen 45 und 120 Euro. Massiv unter Druck sei der Preis für Karosserie- und Lackarbeiten geraten. Im Schnitt stehen hier für eine Reparaturstunde 79 Euro auf der Rechnung.

Steigende Zahl Direktgeschäfte

Im Neuwagengeschäft haben sich nach Darstellung Rademachers im Autojahr 2007 negative Tendenzen verstärkt. Nicht der mit 9,2 Prozent hohe Rückgang der Neuzulassungen sei "der Stachel im Fleisch des Autohandels", sondern die steigende Zahl der Direktgeschäfte der Hersteller. Rund eine Million Autos seien im vergangenen Jahr am Handel vorbei gefahren.

Diese Unordnung des Marktes kritisiere das Kfz-Gewerbe, weil keinerlei Veränderung der bedenklichen Entwicklung erkennbar sei. Im Gegenteil müsse man steigende Zahlen der Direktgeschäfte in einem insgesamt rückläufigen Neuwagenmarkt erleben. Im Vergleich der Jahre 1997 zu 2007 sei der Anteil des Handels am Gesamtmarkt neuer Pkw von 91 auf 66 Prozent gesunken. Gegenüber den Herstellern werde man die Entwicklung paralleler Vertriebs- und Absatzkanäle deutlich ansprechen.

Autoindustrie in der Kritik

Kritik an Automobilherstellern bezüglich einer - so wörtlich - "Inflation von Marketing- und Abverkaufsaktionen, einer Flut von Sondermodellen und einer unverantwortlichen Überproduktion - auch bei einigen Premium-Marken" - dürfe dem Kfz-Gewerbe nicht die Augen davor verschließen, dass auch eigene Hausaufgaben zu erledigen seien. Die nicht nachvollziehbare Tatsache, dass auch bei neuen Modellen - trotz langer Lieferzeiten - hohe Nachlässe eingeräumt würden, lasse nur die Vermutung zu, dass das kaufmännische Einmaleins einem falschen Umsatz- und Mengenfetischismus geopfert werde. Rademacher forderte eine Rückkehr zur kaufmännischen Kalkulation und einer daraus resultierenden Preisdisziplin. Der "gekaufte Markt des Autojahres 2007" wäre ein Beispiel für "kollektiven Wahnsinn".

Automarkt mit hohen Nachlässen

Der "gekaufte Automarkt 2007" mit seinen hohen Nachlässen für neue Pkw habe dazu geführt, dass die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller nunmehr kontrovers diskutiert würden. Die Bandbreite der Forderungen reiche von völliger Abschaffung über eine temporäre Disposition bis hin zur Beibehaltung der jetzigen Praxis. Rademacher sagte vor allem im Sinne von "Klarheit und Wahrheit gegenüber dem Verbraucher" sei es wünschenswert die UPE dann außer Kraft setzen zu können, wenn es deutliche zweistellige Nachlässe gebe. Der Kunde habe wenig Verständnis dafür, dass die Schere zwischen gedrucktem und tatsächlichem Preis im Verkaufsgespräch so weit auseinander gehe.

Den Preis generell aber dem "freien Spiel der Kräfte des Marktes" zu überlassen, sei derzeit nicht wünschenswert, weil beispielsweise auch der Teilemarkt betroffen wäre.

Automarkt "D" an Sättigungsgrenze

Rademacher sagte, die statistische Zahl der Neuzulassungen mit 3,15 Millionen müssten Hersteller und Händler perspektivisch als den "neuen Normalmarkt" begreifen. Die Hauptstütze für das Neuwagen-Absatzvolumen, der Ersatzbedarf, nähme kontinuierlich ab, weil die Autos - dank verbesserter Qualität und geringerer Fahrleistungen - immer älter würden. Zudem sei der deutsche Automarkt an der Sättigungsgrenze angekommen, was durch das marginale Wachstum des Bestandes um 0,4 Prozent bestätigt werde.

Privat entscheidet sich für Gebraucht

Zudem gebe es spürbare Veränderungen in der Nachfrage. Viele private Käufer hätten die günstigen Chancen erkannt, die mit dem Kauf von kurzfristig auf Hersteller oder Händler zugelassenen, modernen und umweltfreundlichen Fahrzeugen verbunden seien. Demzufolge sei der Anteil privater Neuwagenkäufer auf 38 Prozent gesunken und die Quote der gewerblichen Kunden und der Anteil der Hersteller-Zulassungen auf insgesamt 62 Prozent gestiegen.

Als ein "Spiegelbild der sich ändernden Marktstrukturen und des neuen Kaufverhaltens" bezeichnete Rademacher den Markt für gebrauchte Pkw und Pkw-Kombi. Die Erfolge des Fachhandels bestätigten Prognosen, nach denen der Privatkunde zunehmend gebraucht und Jungwagen, im Branchenjargon zwischenzeitlich "angebraucht" genannt, kaufe. Letzteres beziehe sich auf Kurzzulassungen, deren Gesamtvolumen im Jahr 2007 gestiegen sei. Die offizielle Statistik des KBA, die lediglich die kurzzeitigen Zulassungen bis 30 Tage wiedergebe, spiegele diesen Teil des Marktgeschehens nicht wider. Rademacher wörtlich: "Der neue Markt für Gebrauchte wird von sehr jungen Automobilen geprägt."

Gebrauchte Pkw: 45% Marktanteil

Die Entwicklung der Teilmärkte im Gebrauchtwagengeschäft sehe den Markenhandel als Gewinner im Autojahr 2007, während vor allem freie Händler und der Privatmarkt Verluste hinnehmen mussten. In absoluten Zahlen gebe es im Gebrauchtwagenmarkt Stabilität auf einem noch immer zu Lasten des Privatmarkts ausbaubaren Niveau. Rademacher hält einen Marktanteil des Markenhandels von 45 Prozent und des freien Gebrauchtwagenhandels von knapp 20 Prozent mittelfristig für möglich. Dabei entscheide das Angebot moderner und umweltfreundlicher Fahrzeuge immer stärker über den Markterfolg.

Preisrutsch um zehn Prozent

Das Angebot des Gebrauchtwagenmarktes 2007 bestätigt nach Angaben Rademachers in den Teilmärkten gewerblich und privat, dass Kaufentscheidungen zunehmend "von Verbräuchen und Emissionen" bestimmt werden. Der im Autojahr 2007 um nahezu 400.000 Einheiten rückläufige Privatmarkt für gebrauchte Pkw habe einen zehnprozentigen Preisverfall erlitten. Vor dem Hintergrund der Umweltzonen würden "grüne Autos" deutlich stärker nachgefragt als Fahrzeuge, die gelbe oder rote Plaketten erhielten.

Kfz-Gewerbe tauscht Filter aus

Man erwarte, dass in und um Kommunen mit Umweltzonen der Preisverfall "roter Fahrzeuge" anhalte. Die Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen mit Rußpartikel-Filtersystemen könne diese Entwicklung bremsen. Die Branche erwarte daher, dass nach dem vom Kfz-Gewerbe unverschuldeten Filter-Debakel eine spürbar stärkere Nachfrage mit dem "Auto-Umwelt-Frühling" einsetzt. Indes werde man die vor dem Filter-Skandal erwartete Zielmarke - bis zum Ende der steuerlichen Förderung 1,2 bis 1,5 Millionen Diesel-Filter nachzurüsten - nicht mehr erreichen können.

Der Service sei 2007 auf "hohem Niveau" von einer erfreulichen Tendenz wachsender Wartungsloyalität in den Servicesegmenten eins bis drei geprägt worden, doch erkenne man zwischenzeitlich einen starken Verdrängungs- und Preiswettbewerb. Die anhaltende Quersubvention im Markt für neue Automobile durch die in Service- und Mobilitätspaketen enthaltenen Werkstattleistungen müsse man sehr kritisch sehen.

Preiswettbewerb in den Werkstätten

Die wachsende Qualität der Automobile führe zu längeren Service-Intervallen. Dies könne, wie in der Vergangenheit, nicht mehr durch ein respektables Bestands-Wachstum kompensiert werden. Folglich werde auch im Aftersales-Market der Preis- und Verdrängungswettbewerb weiter zunehmen. Rademacher warnte in diesem Zusammenhang vor Strategien, exklusive Kooperationen mit Versicherungen und Autoclubs bei Service und Unfallreparatur einzugehen.

Diese vermeintliche Kundenbindung, die sich nicht nur auf Unfallreparaturen beziehe, gebe es - so wörtlich - "nur um den Preis eines Nachlasses in betriebswirtschaftlich bedenklichen Dimensionen". Der Einstieg von Versicherungen in das Teilegeschäft sei alarmierend, weil der Ertrag aus diesem Bereich unverzichtbar sei.

Abbau von Arbeitsplätzen

Entgegen einiger Befürchtungen habe sich der "Arbeitsmarkt Kfz-Gewerbe" moderat entwickelt. Der Verlust von 5.500 Arbeitsplätzen liege zum einen im Trend des vergangenen Jahrzehnts, zum anderen gebe es durch Fusionen und Kooperationen unverändert Synergieeffekte. Der Abbau von Arbeitsplätzen habe aber auch konjunkturelle Ursachen und strategische Anlässe.

Per Saldo sei das Volumen der Betriebsverluste deutlich geringer ausgefallen als in den drei Vorjahren. Dies sei aber keine stabile Entwicklung, denn im Autojahr 2007 habe eine Anzahl von Unternehmen noch von den Ergebnissen konjunktureller Sondereffekte aus dem Jahr 2006 profitiert. Dies sei aktuell nicht möglich.

Neugründungen im Kfz-Gewerbe

Im Grundsatz müsse man darüber hinaus erkennen, dass in der Relation des "neuen Normalmarktes" einige Vertriebsnetze angepasst werden müssten. Dies bedeute nicht, dass alle Betroffenen vom Markt verschwänden. Die "immer bunter werdende Automobilwirtschaft" biete durchaus auch Chancen und Perspektiven. Es sei erfreulich festzustellen, dass es selbst in einem konjunkturell schwierigen Jahr wie 2007 rund 70 Neugründungen, vornehmlich Werkstätten, gegeben habe. Für das laufende Autojahr erwarte die Branche eine Bestätigung des "neuen Automarktes". Unverändert sehe man eine verhaltene Kauflaune. "Die Lust am Autokauf ist noch nicht wieder da", sagte Rademacher. Die zum Teil noch immer höchst widersprüchlich geführte Klimadiskussion gegen das Auto und die fehlende Steuerentscheidung wirkten wie eine Gegenstromanlage zur Kaufentscheidung. Die politische Hängepartie um eine CO2-basierte Kfz-Steuer sei unverändert ein Bremsschuh der Autokonjunktur.

Pkw: Januar 2008 unter Mittelwert

Der Jahresstart mit zweistelligem Wachstum in den ersten sieben Wochen relativiere sich als statistischer Basiseffekt des mehrwertsteuerbedingten Absatz-Lochs im vergangenen Jahr. Im Zehnjahresvergleich liege der Januar 2008 noch rund fünf Prozent unter dem Mittelwert.

Die aktuelle Diskussion über die Beimischung von Bio-Ethanol in den Kraftstoff und daraus resultierende möglich technische Risiken müssten schnellstmöglich beseitigt werden. Schon jetzt spüre der Fachhandel aus der wiederum hysterisch geführten Diskussion Verunsicherung und Kaufzurückhaltung. Alle deutschen und internationalen Hersteller müssten verbindliche und vollständige Erklärungen dahingehend abgeben, ob Fahrzeuge bei einer zehnprozentigen Beimischung auf das teurere Super Plus "umsteigen" müssten oder nicht. Rademacher warnte davor, mit voreiligen Mutmaßungen über betroffene Fahrzeuge den Gebrauchtwagenverkauf in Deutschland negativ zu beeinflussen.

Bio-Ethanol: Neue Termine

Sollte sich bestätigen, dass "siebenstellige Volumina" von Fahrzeugen betroffen seien, brauche man neue Termine. Der 1. Januar 2009 als derzeitiger Planwert sei in Frage zu stellen. Gerade den Haltern älterer Fahrzeuge sei finanziell nicht zumutbar, das derzeit bis zu 13 Cent pro Liter teurere Super-Plus-Benzin zu tanken. Dies sei bei einer Fahrleistung von 20.000 Kilometern, die eine Vielzahl von Berufspendlern schnell erreiche, eine Mehrbelastung von rund 260 Euro.

Alternative im Angebot

Sollten sich in Kürze bei Pkw und Motorrädern Volumina im siebenstelligen Bereich bestätigen, die den neuen Biosprit nicht vertrügen, müsste der Termin 1. Januar 2009 in Frage gestellt werden. Alternativ müsse die Mineralölwirtschaft auch in Zukunft Super- und Normalbenzin mit maximal fünfprozentiger Beimischung vor Bioethanol anbieten.

Rademacher forderte die Bundesländer auf, die Verordnung in der März-Sitzung des Bundesrates auf den "Prüfstand des Zeitfensters" zu stellen. Ergänzend müsse auch die Frage nach der "globalen Emissions-Bilanz und der ethisch-moralischen Verantwortung" gestellt werden.

Längere Förderung für Nutzfahrzeuge

Der Nutzfahrzeughandel könne auch zu Beginn des Jahres eine unverändert positive Entwicklung melden. Trotz einer leichten Eintrübung der Gesamtwirtschaft übertrafen die Auftragseingänge im Januar das bereits hohe Vorjahresvolumen um drei Prozent. Dabei erreichten die Bestellungen für Transporter das Vorjahresniveau. Bei den Auftragseingängen für Nutzfahrzeuge über sechs Tonnen verbuchte der Handel sogar einen Zuwachs von zehn Prozent, teilte Rademacher mit dem Hinweis auf die guten Ergebnisse 2007 mit. Doch es gebe auch offene Wünsche im Lkw-Geschäft.

"Euro V" ab 1. Oktober 09

Eine über den 30. September 2008 hinausgehende Förderung der Anschaffung emissionsarmer schwerer Nutzfahrzeuge forderte Rademacher mit dem Hinweis auf erhebliche Lieferprobleme. Die Industrie müsse parallel zu einem um ein Jahr verlängerten Förderzeitraum die Belieferung des deutschen Marktes verbessern. Aus dem Lkw-Handel komme zunehmend Kritik derart, dass von der Förderung betroffene Nutzfahrzeuge bevorzugt anderen Märkten geliefert würden. Für die Forderung nach einem Ultimo des Förderzeitraums am 30. September 2009 spreche auch, dass am 1. Oktober 2009 bei der erstmaligen verkehrsrechtlichen Zulassung die Schadstoffgrenzwerte der Klasse S5 (Euro V) verbindlich eingehalten werden müssten.

Die Zukunft des Automarktes Deutschland stehe auch im laufenden Jahr vor großen Herausforderungen. Die Automobilwirtschaft insgesamt müsse das Problem der Überproduktion konsequent angehen.

"Alterspyramide der Motorisierung"

Auch die demografische Entwicklung verändere den automobilen Binnenmarkt weiter signifikant. Die nun beginnende Motorisierung der geburtenschwachen Jahrgänge sei geringer als in der Vergangenheit - mit der Konsequenz einer schwächeren Nachfrage. Rademacher wörtlich: "In der Alterspyramide der Motorisierung wird das Segment der Jungen kleiner und das der Älteren größer. Auswirkungen davon betreffen Handel und Service." Das Durchschnittsalter der Neuwagenkäufer habe inzwischen die 50-Jahre-Schwelle überschritten. Diese Kundengruppe fahre weniger, kaufe seltener und käme tendenziell auch weniger oft zum Service.

Vorentscheidung zur GVO erwartet

Eine Vorentscheidung zur Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) erwarte das Kraftfahrzeuggewerbe noch in diesem Jahr. Unverändert plädiere man im Schulterschluss mit den anderen europäischen Kfz-Verbänden für eine kfz-spezifische Regelung, die Schutzbestimmungen für die mittelständischen Unternehmen des Kraftfahrzeuggewerbes enthalte. Dieses Regelwerk habe wichtige Auswirkungen für alle Marktbeteiligten, auch für die Autokunden.

Das Kfz-Gewerbe kritisierte erneut den EU-Vorschlag zur CO2-Minderung bei Pkw-Emissionen. Dieser Ende des vergangenen Jahres vorgelegte Entwurf benachteilige einseitig Fahrzeuge der Oberklasse, wie sie weltweit führend von der deutschen Automobilindustrie hergestellt würden. Gerade diese weltweit nachgefragten Oberklassefahrzeuge seien Technologieträger für Umweltschutz und Sicherheit, wovon kleinere Fahrzeugkategorien mit etwas Zeitverzug unmittelbar profitieren würden.

Hingegen würden die Hersteller kleinerer Fahrzeuge, die angesichts der größeren Marktanteile absolut gesehen weit mehr für die Minderung des CO2-Ausstoßes tun könnten, kaum gefordert. Es könne nicht hingenommen werden, dass die wichtigste deutsche Industrie fundamental geschädigt werde, ohne dass hierdurch für die Umwelt wirklich etwas erreicht würde.

Abschließend sagte Rademacher, die aktuelle Diskussion über den so genannten Biosprit zeige das Ausmaß von Verunsicherungen der Kunden, die voreilige Maßnahmen des Umweltschutzes auslösen könnten. Die Politik sei, auch beim Zeitplan der CO2-basierten Kfz-Steuer gefordert, schnelle und verbindliche Ergebnisse und Termine vorzulegen. Die seit der Feinstaub-Diskussion im Sommer 2007 ausgelöste Klima-Debatte müsse versachlicht und entzerrt werden, um das Konsum-Klima "rund um das Automobil" zu verbessern.

Neue Domain hilft beim Filter-Tausch

Eine direkte Internet-Plattform haben die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) jetzt geschaffen, um verunsicherten Autofahrern beim Tausch mangelhafter Diesel-Filter zu helfen. Unter www.diesel-filter-tausch.de gebe es die aktuellen Informationen über Filtersysteme, die ersatzweise und für den Autofahrer kostenfrei eingebaut würden.

Sprecher von DUH und ZDK sagte heute dazu, dieser direkte Kontakt sei zwischenzeitlich erforderlich geworden, nachdem vor allem aus den reihen der den Skandal verursachenden Filterproduzenten falsche Aussagen über Liefertermine und Inhalte der mit dem Teileverband GVA getroffenen Kulanzregelung gebe.

Unter der Domain wolle man Tipps und Hinweise zum Filtertausch ebenso veröffentlichen wie gute Beispiele der Tausch-Aktion. Damit wolle man verdeutlichen, dass es viele Einzelfälle gebe, für die es derzeit auch noch Wartezeiten geben könne. Insgesamt könnten jetzt rund 70 Prozent der mangelhaften Filter durch andere Systeme ersetzt werden.

Kfz-Gewerbe mahnt Filter-Hersteller an

In Schreiben vom heutigen Freitag hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe die Russpartikelfilter-Hersteller, die mit mangelhaften Produkten den aktuellen Skandal ausgelöst haben, zu verbindlichen Aussagen aufgefordert. In den Nachrichten an die Unternehmen GAT, Bosal und Tenneco heißt es, von besonderem Interesse sei, wann mit der Auslieferung von neuen Systemen begonnen werde.

Der von GAT in einer Presseinformation vom 7. Februar 2008 genannte Termin "im März oder April 2008" sei offensichtlich unwahrscheinlich, da nach aktuellen Informationen noch keine neuen Tests begonnen hätten. Das Kfz-Gewerbe mahnt in den Schreiben vor dem Hintergrund der zunehmenden politischen Diskussion über das Filter-Debakel eine Antwort bis zum 3. März 2008 an.

Kfz-Gewerbe zieht Bilanz: Autojahr 2007 enttäuschend

Umfragen bestätigen neue Zuversicht - Prognose des Kfz-Gewerbes für 2008: Normaljahr mit knapp 3,2 Millionen neuen Pkw - Service ist stabil auf hohem Niveau


Als enttäuschend hat das Kraftfahrzeuggewerbe das Autojahr 2007 abgehakt. "Unsere Erwartungen von Jahresbeginn haben sich weder qualitativ noch quantitativ erfüllt", erklärte Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes mit dem Hinweis auf ein Jahresergebnis um 9,6 Millionen Verkäufe neuer und gebrauchter Pkw. Dieses Minus von fast 400.000 Einheiten werde zu einem Umsatzverlust im Handel von etwa sieben Milliarden Euro führen. Die Schwäche des Privatkonsums zeige sich bei der Nachfrage nach neuen und gebrauchten Pkw.

Eine erste Bilanz des Autojahres 2007 mit voraussichtlich 3,15 Millionen neuen Pkw, 6,4 Millionen Gebrauchtwagen und 72 Millionen Serviceaufträgen weise einen Gesamtumsatz von rund 126 Milliarden Euro aus. Dieses Jahresergebnis komme nicht ganz überraschend und sein auch kein Krisenszenario, sagte Rademacher. Vielmehr führten die nachhaltig veränderten Strukturen des Automarktes zu den im Langzeitvergleich geringeren Verkaufsvolumina.

Der Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes verwies besonders auf die Rückgänge in den einzelnen Modellsegmenten. Besonders bei den Geländewagen gebe es ein "gutes Plus", während Kompakt- und Mittelklasse zwischen zehn und elf Prozent zweistellig verloren hätten.

Die Branche müsse in ihren Planungen und Prognosen davon ausgehen, dass ein Jahresergebnis von 3,0 bis 3,2 Millionen neuen Pkw dem "neuen Normalmarkt" entspreche. Wörtlich: "Der Automarkt Deutschland fährt entlang seiner Sättigungsgrenze". Ein Verkaufsvolumen neuer und gebrauchter Pkw von etwa elf Millionen, wie im Jahre 1999, sei Vergangenheit. Parallel dazu stehe der Automarkt auch zu Jahresbeginn im Schatten der allgemeinen Konjunkturlage. Die nunmehr erwarteten Pluszahlen im Neuwagenverkauf für die nächsten Monate seien "positive Signale", basierten aber auf statistischen Effekten. Rademacher erinnerte daran, dass in den Monaten Januar, Februar und März 2007, bedingt durch die aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung vorgezogenen Käufe in 2006 die bekannte "automobile Konjunktur-Delle" entstanden sei.

Fragezeichen gebe es derzeit im Service. Zwar schreibe man im November mit 86 Prozent und im Dezember nach mit 85 Prozent (vorläufiges Ergebnis) eine hohe Werkstattauslastung. Doch gebe es zwischen den einzelnen Marken und den freien Betrieben Ergebnisunterschiede. Das Reifengeschäft habe noch nicht das Vorjahresniveau erreicht. Insgesamt könnten die 40.000 Betriebe im Service mit dem erwarteten Umsatz von rund 28 Milliarden Euro von einer "positiven Stabilität auf hohem Niveau" berichten.

Immer mehr Umweltzonen.....

... entstehen im Laufe dieses Jahres. Mit dem Auto befahren darf man die ausgeschilderten Bereiche nur mit einer hinter der Windschutzscheibe angebrachten Umweltplakette. Die Aufkleber in den Farben Grün, Gelb oder Rot sind gegen Vorlage der Fahrzeugpapiere in Meisterbetrieben der Kfz-Innung erhältlich, die auch die Abgasuntersuchung durchführen dürfen. Grün steht dabei für uneingeschränkte automobile Bewegungsfreiheit. Wer lediglich ein gelbes, rotes oder gar kein „Pickerl“ erhält, sollte den Fachmann im Kfz-Betrieb nach Möglichkeiten fragen, um die Einstufung zu verbessern. So bekommen mit Rußpartikelfilter nachgerüstete Diesel-Pkw in der Regel „grünes“ Licht und damit freie Fahrt in allen Umweltzonen.

Wie geschmiert mit frischem Öl

Ausgefeilte Technik und hochwertige Motoröle machen es möglich: Die Inspektionsintervalle für Fahrzeuge werden immer länger. Dennoch sollten Autofahrer bei ihrem Pkw regelmäßig einen Ölwechsel in einem Kfz-Meisterbetrieb durchführen lassen. Grund: Auch Motorenöle altern und verschmutzen durch Staub, mechanischen Abrieb und Rückstände bei der Verbrennung. Dabei übernimmt das Öl die wichtige Aufgabe, den Motor zu schmieren, um die mechanische Reibung an den beweglichen Teilen zu verringern. Zudem reinigt der Schmierstoff den Motor und kühlt wärmebeanspruchte Teile. Umso wichtiger ist es, den Wechsel in der vorgesehenen Zeit auch wirklich durchführen zu lassen, raten die Experten der Kfz-Innungen.

Die Hauptaufgabe des Motoröls ist es, alle gleitenden Teile des Motors ausreichend zu schmieren. Zu diesem Zweck bildet das Motoröl zwischen Kolben und Zylinderwand einen Schmierfilm, ohne den Metall direkt auf Metall treffen und das Material in kürzester Zeit verschleißen würde. Das Motoröl schafft allerdings nicht nur zwischen den Kolben und der Zylinderwand einen Film, sondern auch zwischen anderen sich bewegenden Teilen, wie Kurbelwelle und Pleul. Durch das Pleul wird die Kolbenkraft auf die Kurbelwelle übertragen. Gerade in den Kurbelwellenlagern muss der Schmierfilm sehr stabil sein, da hier sehr hohe Kräfte wirken. Das Motoröl reinigt zudem den Motor von Ablagerungen und Verbrennungsrückständen, die mit dem Öl abgeführt werden. Es schützt gegen Korrosion und kühlt die Motorteile, die ihre Wärme nicht unmittelbar an das Kühlwasser abgeben können.

Um diese Aufgaben übernehmen zu können, ist es wichtig, dass das Öl zum einen bei sehr niedrigen Temperaturen ausreichend fließfähig ist und zum anderen auch bei sehr hohen Temperaturen nicht so dünnflüssig wird, dass der Schmierfilm an der Kurbelwelle "reißt" und sich metallische Flächen berühren. Gerade aufgrund der thermischen Belastungen altert das Motoröl jedoch und wird bei Hitze sehr dünnflüssig. Verschiedene Zusatzstoffe moderner Synthetiköle verlängern diesen Alterungsprozess und somit die Ölwechselintervalle. Allerdings ist ein Wechsel des Motoröls auch bei diesen synthetischen Ölen nach wie vor notwendig. Für den Ölwechsel sollten daher unbedingt die von den Fahrzeugherstellern vorgegebenen Wechselintervalle eingehalten werden.

Da das Motoröl auch Ablagerungen aus dem Motor entfernt, ist es darüber hinaus wichtig, dass der Ölfilter regelmäßig gewechselt wird. Hat sich der Ölfilter zugesetzt, kann er das Motoröl nicht mehr ausreichend reinigen, so dass die im Öl mitgeführten Partikel zwischen den aufeinander reibenden metallischen Flächen wie ein Schleifmittel wirken, was wiederum den Verschleiß erhöht.

Der "heiße Draht" zu Umweltzonen und Filtern

Wer darf in die Umweltzonen einfahren? Welche Schadstoffgruppen gibt es? Wird mein Diesel mit einem Rußfilter "umweltzonentauglich"? Was tun, wenn die Werkstatt einen unzureichend funktionierenden Filter nicht ersetzen kann? - Mit Einrichtung der ersten Umweltzonen bestehen weiterhin große Informationslücken auf Seiten der Autofahrer. Am 24. Januar kommen daher Experten aus Kfz-Gewerbe, Industrie und Umweltverbänden zusammen und beantworten unter der kostenfreien Telefonnummer 0 800 - 5 33 22 11 Fragen rund um die Themen Fahrverbote, Umweltplaketten und Rußfilter.

Das Thema sei aktueller denn je, denn zahlreiche Städte machten dieses Jahr Ernst: Den Vorreiter-Städten Berlin, Hannover und Köln folgten nach Angaben des Sprechers bereits am 1. März acht Kommunen in Baden-Württemberg, darunter Stuttgart, Mannheim und Tübingen. Frankfurt/Main werde voraussichtlich im Sommer nur noch Autos mit Umweltplakette in die Innenstadt lassen. Düsseldorf und die Ruhrgebiets-Städte wollen folgen. Wer mit seinem Wagen auch dann in die City fahren möchte, sollte sich schnellstens in einem für die Abgasuntersuchung anerkannten Kfz-Meisterbetrieb um eine passende Umweltplakette kümmern. Dort könnten auch Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfiltern nachgerüstet werden. Nach dem von "Vater Staat" mit 330 Euro geförderten Einbau erhielten sie das passende Umweltzeichen.

Aktuelle Ausbildungsstatistik im Freistaat Sachsen, Stand 31.12.2007



Zum Herunterladen: Statistik 2007-2008.pdf

Werkstatt-Preise 3,1 Prozent höher

Der Preis für eine Werkstattstunde ist im vergangenen Jahr um rund drei Prozent gestiegen, teilte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe mit. Bei einer Bandbreite zwischen 40 und 110 Euro je nach Marke und Standort musste für den automobilen Service pro Stunde 65 (Vorjahr: 63,1) Euro bezahlt werden.

Das letzte Quartal des Autojahres 2007, sagte Verbandssprecher Helmut Blümer, sei mit einer Werkstattauslastung deutlich über 80 Prozent zufrieden stellend verlaufen. Sowohl der Jahresstart mit einer Auslastung von 73 Prozent als auch ein Sommerloch zwischen 79 und 80 Prozent hätten das Jahresergebnis im Autoservice beeinträchtigt.

Für 2008 könne ein moderates Wachstum um zwei Prozent im Umsatz erwartet werden. Von Bedeutung sei dabei auch, ob es gelinge, der Nachrüstung von Dieselfiltern nach den negativen Schlagzeilen wieder Impulse zu geben.