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Kfz-Gewerbe warnt vor falschen Interpretationen

Vor falschen Schlussfolgerungen aus der Hängepartie bei der Reform der Kfz-Steuer und der anhaltend steigenden Kraftstoffpreise für Handel und Service hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe gewarnt. Die in Presseberichten befürchteten hohen Arbeitsplatzverluste im Autojahr 2008 könne der Zentralverband der rund 39.500 Autohäuser und Werkstätten in Deutschland nicht bestätigen, bekräftige Dr. Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Das Geschäft mit neuen und gebrauchten Pkw werde zwar durch die steigenden Kraftstoffpreise und die wachsende Kaufzurückhaltung erheblich belastet, verlaufe aber "noch in der Spur des neuen Normalmarktes". Die Branche sei im Servicegeschäft und im Gebrauchtwagenverkauf zufrieden.

Der Verband gehe für das Jahr 2008 nach wie vor von einer leichten Erholung im Neuwagengeschäft und damit einer "Bestätigung eines Normalmarktvolumens von 3,2 Millionen neuen Pkw" aus. Insgesamt erwarte die Branche einen Umsatz von 129 Milliarden Euro in den rund 39.500 Unternehmen mit derzeit unverändert 468.000 Beschäftigten. Durch Fusionen und Kooperationen könne es 2008 auch zu Arbeitsplatzverlusten kommen. Dies gehöre aber zum laufenden Prozess der Konsolidierung.

Händlerkongress geht jetzt online

Ein Webauftritt wirbt für den 1. Fabrikatshändlerkongress in Deutschland. Am 23. und 24. Oktober veranstaltet das Deutsche Kfz-Gewerbe in Frankfurt am Main erstmals einen Händlerkongress. Unter www.fabrikatshaendlerkongress.de können sich Interessenten jetzt für die Veranstaltung anmelden. Die Website führt durch das Programm, stellt die Referenten vor und informiert rund um den Kongress. Neben Automobilhändlern richtet sich die Tagung auch an Hersteller und Verbände sowie an Dienstleister aus der Automobilwirtschaft.

Die Veranstaltung nach US-amerikanischem Vorbild will das Profil des Markenhandels in die Öffentlichkeit tragen. Inhaltliche Schwerpunkte sind die wirtschaftlichen Anforderungen für einen erfolgreichen Automobilvertrieb sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Vertrieb und Service nach 2010. Amerikanische Händler seien unser Vorbild, heißt es im Vorwort von Ulrich Fromme, Vizepräsident im Deutschen Kfz-Gewerbe. Der amerikanische Verband National Automobile Dealers Association (NADA) ziehe jährlich rund 20.000 Teilnehmer an und erziele ein großes Medienecho.

Kfz-Gewerbe warnt vor Folgen von Steuerstreit und Tankpreisen

Unsicherheiten im Automarkt nehmen zu - Mai-Zulassungen im Minus - Politik bleibt in der Verantwortung - Dämpfer im Auftragseingang - Kaufkraftverluste "kosten" fast 100.000 Zulassungen - Kosten für Mobilität an der Schmerzgrenze - Diesel-Pkw gehen auf Talfahrt - Umfrage: Jeder Vierte will von Diesel auf Benziner umsteigen - Preisanstieg im Service unausweichlich - Filter-Skandal: Kfz-Gewerbe bestätigt die Kulanz-Regelung - Transporter-Initiative für die Umweltzonen - "Zwei-Klassen-Gesellschaft" im deutschen Automarkt - Schwarzarbeit steigt erneut an

Berlin. Die Hängepartie bei der Reform der Kfz-Steuer und die anhaltend steigenden Kraftstoffpreise belasten den deutschen Automarkt, der gerade erste Erholungstendenzen gezeigt hat. Der positive Trend im Auftragseingang sei seit Monatsmitte Mai erheblich abgeschwächt, die Pkw-Neu-zulassungen tendierten im Mai mit rund 283.000 Einheiten fast fünf Prozent unter Vorjahresniveau. Das mittelständische Kfz-Gewerbe sehe mit wachsender Sorge konjunkturelle Risiken durch die politischen Auseinandersetzungen in einer praktisch bereits begonnenen Vorwahlkampfzeit. Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, forderte vor Journalisten in Berlin die Bundesregierung auf, die Entscheidung über eine CO2-basierte Kfz-Steuer wieder in das Klimapaket für den 18. Juni aufzunehmen oder einen Steuertausch zu realisieren. Anderenfalls müsse man die seit 2006 diskutierten Reformpläne als gescheitert eingestehen.

Die Verunsicherung der Autokunden in Deutschland führe zu einer wachsenden Kaufzurückhaltung im Autogeschäft. Die Branche mit ihren 39.500 Autohäusern und Werkstätten sei noch immer abgekoppelt von den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungtendenzen. Das marginale Plus von rund sechs Prozent bei den Neuzulassungen in den ersten fünf Monaten resultiere aus statistischen Sondereffekten. Für das Autojahr 2008, sagte Rademacher, erwarte das Kfz-Gewerbe 3,15 bis 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen und rund 6,2 Millionen Gebrauchtwagenverkäufe. In diesem Geschäft bleibe der Markenhandel aufgrund des Angebots "grüner Autos" im Plus. Während der Druck auf die Preise für neue Pkw anhalte, habe sich der Kunde im Service auf steigende Werkstattpreise einzustellen. Ursache seien die hohen Energiekosten.


Autokäufe verschoben

Im Vorfeld der Mitgliederversammlung des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes präsentierte Rademacher Ergebnisse einer vom Kfz-Verband Ende Mai in Auftrag gegebenen forsa-Umfrage. Demzufolge habe die Kaufbereitschaft mit zwölf Prozent (Vorjahr: 16 Prozent) den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2000 erreicht. Jeder siebente potentielle Kunde werde seinen Autokauf aus Kostengründen "in den nächsten zwölf Monaten" verschieben. Beachtenswert sei auch das Bekenntnis von Dieselfahrern; jeder Vierte überlege nämlich, beim nächsten Autokauf auf ein Benzin-Modell umzusteigen.


Kraftstoff-Preise bremsen Autokauf

Die Preisentwicklung an den Tankstellen erhöhe das konjunkturelle Risiko in allen Geschäftsbereichen des Kraftfahrzeuggewerbes. Geringere Fahrleistungen reduzierten den Servicebedarf, Kaufkraftverluste verschöben Ersatzkäufe für neue und gebrauchte Fahrzeuge und belasteten den Verkauf von Teilen sowie Finanz- und Versicherungsprodukten. Bereits im Vorjahr habe es einen Rückgang von knapp sieben Prozent bei den Pkw-Finanzierungen gegeben.

Die durch die realen Kostenbelastungen bereits zögerliche Kauflust werde verschärft durch die zwischenzeitliche Hängepartie bei der CO2-basierten Kfz-Steuer. Rademacher warnte davor, das Projekt weiterhin zwischen die parteipolitischen Mühlsteine im Vorwahlkampf zu pressen. Der Termin 1. Januar 2009 dürfe nicht zur Disposition gestellt werden. Hersteller und Handel benötigten nun endlich eine zügige Entscheidung oder die klare Aussage, dass es vorerst beim heutigen System der Besteuerung der Fahrzeuge bleibe.


Kaufanreize für "grüne Autos"

Das Kfz-Gewerbe stehe zum klimapolitisch zielführenden Grundsatz, dass mit einer Steuerreform Kaufanreize für "grüne Autos" geschaffen werden müssten. Dies schließe neue und gebrauchte Pkw ein. Dabei werde ein Malus-System für "weniger umweltfreundliche Autos unumgänglich" sein.

Rademacher erinnerte in diesem Zusammenhang an die emissionsgestaffelte Lkw-Maut, bei der bekanntlich die Gebühr nach Schadstoffklassen differenziert. Der umweltpolitische Effekt sei auch mit dem auf 185 Millionen Euro aufgestockten Investitionsprogramm, das für die Anschaffung umweltfreundlicher Lkw einen Zuschuss bis 4.250 Euro vorsehe, erreicht worden. Indes sei das politische Konzept der Lkw-Maut für die Kfz-Steuer für Pkw untauglich, da es zu einer erheblichen Mehrbelastung führe. Dies sei abzulehnen.


"Runder Tisch" für Transporter-Offensive

Das Kfz-Gewerbe, kündigte der Präsident des Kfz-Verbandes an, werde nach der Sommerpause einen "runden Tisch für eine Transporter-Offensive" initiieren. Erste Gespräche mit Wirtschafts- und Umweltverbänden seien geführt worden. Ziel sei es, für Handwerksbetriebe technische und wirtschaftliche Lösungen zu finden, um Fahrverbote in Umweltzonen, wie beispielsweise ab 2009 in Berlin, zu vermeiden. Die Bundesregierung sei gefordert, über entsprechende Förderungen und erleichternde Abschreibungen zu entscheiden. Diese Initiative müsse wichtiges Element einer gewerbefreundlichen Verkehrspolitik werden.


Wertverlust bei Gelb und Rot

Das Gebrauchtwagengeschäft werde zunehmend von den im kommenden Jahr anstehenden Fahrverboten der ersten Stufe in den Umweltzonen bestimmt. Hierunter leide vor allem der Privatmarkt, dessen Angebot ein durchschnittliches Fahrzeugalter von acht Jahren habe. Eine Umfrage im Autohandel habe jetzt die deutlichen Auswirkungen von Umweltzonen auf den Verkauf von gebrauchten Fahrzeugen gezeigt. Die "grüne Umweltplakette" sei ein wichtiges Kaufkriterium sagte Rademacher mit dem ergänzenden Ergebnis, dass 70 Prozent der befragten Händler zukünftig nur noch Gebrauchte mit grüner Plakette zukaufen wollten. Wörtlich: "Der Verkauf roter und gelber Pkw konzentriert sich auf Wiederverkäufer."


Filter-Umtausch in Werkstätten

Nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt dieser Tage damit begonnen hat, die rund 45.000 betroffenen Diesel-Pkw-Halter schriftlich aufzufordern, mangelhafte Rußpartikelfiltersysteme austauschen zu lassen, hat die Filternachrüstung eine neue Qualität bekommen. Der Vorstand des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes habe aktuell die gemeinsam mit dem Teileverband (GVA) gegenüber der Bundesregierung getroffene Kulanzregelung bestätigt. Man erwarte allerdings von Teilen des Teilehandels und von den Filter-Produzenten, die das Debakel verursacht hätten, konstruktivere Haltungen. Der Kfz-Verband stehe zu der für 2008 getroffenen Kulanzregelung, die für fast Vierfünftel der Betroffenen alternative Filtersysteme vorsehe.


Automarkt im Umbruch

Die sich seit einiger Zeit massiv abzeichnenden strukturellen Veränderungen des Automarktes Deutschland beschleunigten sich vor dem Hintergrund der Kostenbelastungen. "Hinter den Kulissen der großen Marktzahlen sind die Realitäten zu erkennen," sagte Rademacher mit dem Hinweis auf die Modellsegmente. In den ersten vier Monaten des Autojahres 2008 sei allein im Segment der Oberklasse und der sportlichen Wagen ein nahezu zweistelliges Minus zu verzeichnen. Kompakt- und Mittelklasse hätten hingegen deutlich zugelegt. Im Segment der "Minis" gebe es einen Zuwachs von fast 25 Prozent. "Der Automarkt reflektiert das von Einsparungen geprägte neue Kaufverhalten," sagte Rademacher.


Umsatzprognosen mit Fragezeichen

Die Unwägbarkeiten im Automarkt führten zu Fragezeichen hinter den Umsatzprognosen. Der Neuwagenmarkt werde voraussichtlich die ZDK-Prognose "bis zu 3,2 Millionen Neuzulassungen" erreichen. Die Umsatzerwartung für den Automobilhandel zwischen 51 bis 55 Milliarden Euro blieben von der unverändert hohen Zahl der Direktverkäufe der Hersteller und den Umwälzungen in den Modellsegmenten geprägt.

Im Geschäft mit gebrauchten Pkw seien für den Markenhandel 31 Milliarden Euro und für den reinen Gebrauchtwagenhandel acht Milliarden Euro möglich. Auf der Habenseite der Branchenbilanz stünden im Zwischenergebnis der Service und der Verkauf von Transportern und Nutzfahrzeugen. Insgesamt erwarte die Branche einen Umsatz um 129 Milliarden Euro in den rund 39.500 Unternehmen mit derzeit unverändert 468.000 Beschäftigten. Rademacher verwies darauf, dass es im Automarkt Ost und West noch immer deutliche Unterschiede gebe.


Kaufkraft fehlt für Autokauf

Die aktuellen Preise für Benzin und Diesel verschärften den Kaufkraftverlust, der auch durch die veränderte Entfernungspauschale entstehe. Eine fehlende jährliche Erstattung im Gesamtvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro und der Kaufkraftverlust durch die hohen Energiepreise könnten nach Darstellung Rademachers allein in diesem Jahr zu einem Minus bis 100.000 neuen und gebrauchten Pkw in der Zulassungsstatistik führen.

Zum Kaufkraftverlust im Automarkt Deutschland erklärte Rademacher ergänzend, bei der Erstmotorisierung spüre man, dass die junge Generation das Geld eher für die mobile Kommunikation ausgebe als das "Auto-Sparschwein zu füttern". Dass heute bereits 36 Prozent der 18 bis 29jährigen kein Auto hätten, habe mit dieser Kaufkraftverlagerung zu tun. Der Kostenanteil für Kraftstoff in einem Autofahrer-Leben von 18 bis 72 Jahren hat sich nach Darstellung Rademachers von 47.500 Euro im Jahr 1997 auf 80.500 Euro im Vorjahr nahezu verdoppelt. Dies habe die Deutsche Treuhand (DAT) ermittelt.


Immer mehr Mehr-Marken

Die strukturellen Veränderungen im Automobilhandel und -service spiegelten sich in der zunehmenden Zahl der Mehr-Marken-Unternehmen wider. Dabei gelte es sorgsam zu differenzieren. Im Handel gebe es eine "bunte Palette der Varianten", vom Mehr-Marken-Unternehmen mit exklusiven Standorten über Mehr-Marken unter einem Dach bis zu Mehr-Marken-Kombinationen in Handel und Service. Rademacher sagte dazu, es gebe weder einen Königsweg noch den Maßanzug im Autogeschäft, da vor allem Standort und Marke entscheide. Wörtlich: "Vor allem in den Großstädten geht der Trend zu Handelsgruppen. In der Fläche dominiert das Familien-Unternehmen".

Die veränderte Nachfrage mit einer stabilen Dominanz der Dienstwagen und einem Trend des Privatkäufers zu jungen, verbrauchsarmen Gebrauchtwagen, ergänzt durch ein steigendes Alter der Neuwagenkäufer und einem weiter zunehmenden Verdrängungswettbewerb im Service erfordere in der Phase der Branchenkonsolidierung "pro-aktive Weichenstellungen in den Unternehmen". Vielfach liege die perspektivische Chance kleinerer und mittlerer Unternehmen, je nach Standort, in der Kooperation oder Fusion.

Zwei Klassen im neuen Automarkt

Der Anteil privater Kunden im Neuwagenmarkt habe sich in den ersten vier Monaten um drei Prozentpunkte leicht erholt, liege indes immer noch unter 40 Prozent. Die Verkaufszahlen der Fahrzeugklassen neu und gebraucht gegenübergestellt könne man von einer "automobilen Zwei-Klassen-Gesellschaft" sprechen, da der Privatkäufer immer stärker zum Gebrauchtwagenkauf tendiere.

In den ersten vier Monaten seien 122.000 Gebrauchte an gewerbliche Kunden, aber zwei Millionen Pkw an private Kunden verkauft worden. Von dieser Entwicklung profitiere der Markenhandel bereits seit 2007 mit seinem umfassenden Angebot. Allein im Vorjahr habe der Fachhandel 38 Prozent Marktanteil erreicht. Dies entspreche einem Umsatzplus von zwei Milliarden auf knapp 30 Milliarden Euro im Verkauf gebrauchter Pkw.

Rademacher verwies auf leichte Preissteigerungen für neue und gebrauchte Pkw. Den Durchschnittspreis eines Neuwagens könne man derzeit nicht konkretisieren. Die Verschiebungen in den einzelnen Modellsegmenten seien gravierend. Im Vorjahr habe der Durchschnittspreis für Neuwagen 25.970 Euro betragen, für gebrauchte Pkw im Markenhandel 12.380 Euro.


Service bleibt weiter stabil

Der automobile Service werde auch 2008 die wichtigste Säule der Unternehmen des Kraftfahrzeuggewerbes bleiben. Die erfreuliche Zwischenbilanz mit einem Plus von 1,3 Prozent in den ersten vier Monaten entspreche einem Auftragsvolumen zwischen 16,5 und 17 Millionen Stück. Der leichte Preisanstieg von drei Prozent auf durchschnittlich 65 Euro (Vorjahr: 63 Euro) pro Werkstattstunde gebe nur bedingt die Kostensteigerungen durch Lohnabschlüsse und hohe Energiepreise wieder. Ein weiterer Preisanstieg in diesem Jahr, sagte Rademacher, sei für die Mehrzahl der Betriebe unausweichlich. Die Bandbreite des Preises für die Werkstattstunde liege je nach Standort und Marke in einem "Fenster zwischen 45 und 120 Euro".

Abschließend forderte Rademacher die Branche auf, mit "Komplettpreisen und Paketen" vor allem für Pkw in den Servicesegmenten drei und vier die zunehmende Schwarzarbeit zu stoppen. Fahrzeuge ab einem Alter von acht Jahren würden wieder zunehmend außerhalb der Branche gewartet und repariert. Bis zu 15 Prozent betrage der Anteil von Schwarzarbeit und Do it-yourself in diesem Segment. Dies entspreche einem Auftragsvolumen von 4,7 Millionen Aufträgen (2006: 3,2 Millionen). Im Servicemarketing müsse es entsprechende Korrekturen des Angebots geben, ohne den schon jetzt schwierigen Preiswettbewerb zu verschärfen.

GVO steht vor der Entscheidung

Nach Vorlage des Evaluierungsberichts der EU-Kommission würden jetzt die Weichen für Fortbestand oder Abschaffung der Kfz-Gruppenfrei-stellungsverordnung (GVO) gestellt. Die Generaldirektion Wettbewerb der Kommission tendiere dazu, die Kfz-GVO auslaufen zu lassen. Service und Vertrieb von Kraftfahrzeugen würden dann den fortbestehenden allgemeinen Regelungen der so genannten Schirm-GVO unterstellt. Hiermit wäre für die überwiegend kleinen und mittelständischen Betriebe des Kfz-Gewerbes voraussichtlich der Verlust wichtiger Schutzbestimmungen verbunden. Ziel der Verbandsarbeit sei es, die von der aktuellen Kfz-GVO gesetzten Rahmenbedingungen möglichst weitgehend zu erhalten. Investitionsbereitschaft der Betriebe und Qualität der Vertriebs- und Servicenetze würden davon profitieren. Dies müsse letztlich auch im Interesse der Generaldirektion Wettbewerb liegen, deren Ziel die Förderung des Wettbewerbs aus Sicht des Autofahrers sei.

Autoverkäufer auf der FAS-Schulbank

Verkäufer aus nordrhein-westfälischen Autohäusern eröffneten heute (7. Mai) im ADAC-Verkehrssicherheitszentrum Weilerswist eine zweijährige Informationskampagne, um Fahrerassistenzsysteme (FAS) als wichtige Fahrzeugkomponenten für Sicherheit und Umweltschutz zu positionieren. Autoverkäufer informierten sich mit Instruktoren über die Systeme in verschiedenen Fahrzeugmodellen, um auch Kunden für Gebrauchtwagen umfassend informieren zu können.

Das Pilotprojekt ist Teil der vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) initiierten Aktion "Bester Beifahrer". Die Verkaufsberater in den Autohäusern setzen mit der eintägigen Veranstaltung auch Zeichen gegen Kritik, beim Autokauf stehe Optik des Fahrzeugs vor Sicherheit. Das zunehmende Angebot von Fahrerassistenzsystemen auch in kleineren Fahrzeugklassen erfordere vor allem bei so genannten vorausschauenden Systemen eine intensive Kundenberatung. Sicherheitskomponenten seien auch "Sprit-Sparer", da beispielsweise ein Abstandsregler direkt auf den Verkehrsfluss reagiere.

Die intensive Verkaufsberatung im Autohaus, heißt es beim Pilotprojekt von den Veranstaltern, sei auch deshalb unverzichtbar, weil der Fahrer die Verantwortung trage und die FAS sinnvolle unterstützende Hilfen geben.

Ein Urteil für die Sicherheit

Als "Urteil für die Sicherheit auf unseren Straßen" hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe den Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes (AZ.: 2 BvR 525/08 vom 18. April 08) zum Handyverbot am Steuer bezeichnet. Die Karlsruher Richter nahmen die Verfassungsbeschwerde einer promovierten Rechtsanwältin nicht zur Entscheidung an. Die Fahrerin war, wie es hieß, innerhalb kürzester Zeit viermal beim verbotenen Handy-Telefonieren am Steuer erwischt worden.

Der Sprecher des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes verwies in diesem Zusammenhang auf die Jahresstatistik 2007 des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Danach seien fast 400.000 Handyverstöße gemeldet worden, ein Anstieg um rund 54.000.

"Schnelle Abhilfe aus der Grauzone des Verbots" biete eine Vielzahl von Freisprechanlangen, die auch in den Autohäusern und Werkstätten angeboten und eingebaut werden.

Diesel-Preis bremst Nachfrage

Der steigende Preis für Diesel bremst die automobile Nachfrage. Ein deutlicher Rutsch auf 44,5 Prozent Anteil an den Pkw-Neuzulassungen im April lässt nach Darstellung des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes die Erwartungen sinken, in diesem Jahr die 50-Prozent-Hürde erreichen zu können. Nachdem im vergangenen Jahr mit 47,7 Prozent die Aufwärtstendenz des Diesel-Pkw ungebremst verlaufen sei, habe man bereits zu Jahresbeginn die Standspur erreicht. Wörtlich sagte der Sprecher des Kfz-Verbandes: "Die Diesel-Quote für die ersten vier Monate in Höhe von 45,9 Prozent ist eine direkte Folge der Diesel-Preise jenseits von 1,40 Euro."

KBA schreibt Pkw-Halter an

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) geht im Skandal um defekte Rußfilter in die Offensive und klärt nun die betroffenen 45.000 Autohalter darüber auf, dass sie die defekten Filter der Fabrikate GAT, Bosal und Tenneco kostenlos austauschen lassen können. Dies meldet heute die Online-Ausgabe von auto motor und sport.

Das KBA wolle alle betroffenen Fahrzeughalter auf die bestehende Kulanzregelung aufmerksam machen und bittet, "sehr rasch von der kostenfreien Austauschmöglichkeit Gebrauch zu machen, um auch künftig von den Steuervorteilen und von der Umweltplakette profitieren zu können", wie es in dem Schreiben heißt. Ansonsten behalte es sich die Bundesregierung vor, die gewährten Steuervorteile sowie die Berechtigung zum Befahren von Umweltzonen für Fahrzeuge mit mangelhaften Filtern auf den Prüfstand zu stellen.

Den Informationen des KBA zufolge sollen die betroffenen Diesel-Pkw-Halter die Schreiben sukzessive ab der kommenden Woche erhalten.

Warnwesten zum Urlaub

Auf die erste große Ferienreisewelle Mitte Juni, beispielsweise zu Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sollten sich Autofahrer bereits jetzt vorbereiten, sagen die Auto-Experten des Kraftfahrzeuggewerbes. Erfahrungsgemäß gebe es zum nahenden Beginn der Ferien größere Terminprobleme beim Urlaubscheck in der Werkstatt. Zudem sorgten europäische Regelungen derzeit für Verwirrung bei Autofahrern.

In 16 Ländern Europas beispielsweise gelte auch eine Warnwestenpflicht für private Fahrzeuge. Bei Panne oder Unfall müsse eine Warnweste von allen Fahrzeuginsassen vor Verlassen des Fahrzeuges angelegt werden. Dies erfordere das Mitführen der Warnwesten im Fahrzeuginnenraum und nicht im Kofferraum. Es drohten empfindliche Geldbußen.

Ab Juli 2009 führe auch Frankreich diese Warnwestenpflicht ein. Zudem gelte sie bereits heute in Belgien, Bulgarien, Finnland, Italien, Kroatien, Luxemburg (ab Juni), Serbien/Montenegro, Norwegen (für Mietwagen), Österreich, Portugal, Rumänien (Fahrzeuge über 3,5 t), Slowakei, Slowenien, Spanien und Ungarn. Warnwesten müssten auch Radfahrer bei Dunkelheit um den Neusiedlersee tragen, hieß es.

Kfz-Gewerbe fordert Ende der Hängepartie bei Kfz-Steuer

Die erneute Verschiebung der Kfz-Steuerreform ist auf scharfe Kritik des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) gestoßen. Die Politik habe sich offenbar heillos in Zielkonflikten verheddert. Auf der Strecke blieben dabei Autofahrer, Automobilwirtschaft und Umwelt. "Schonung der Altfahrzeugbesitzer, Aufkommensneutralität für den Fiskus und An­reiz zum Umstieg auf umweltfreundliche Fahrzeuge - das sind gleich drei Wünsche auf ein­mal. Aber es passen nur jeweils zwei davon zusammen", so Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Koblitz.

Regierung und Parlament müssten jetzt Mut zur Entscheidung zeigen. Wenn man es ernst meine mit der Förderung verbrauchs- und emissionsarmer Fahrzeuge, müsse die CO2-ba­sierte Kfz-Steuer so schnell wie möglich beschlossen werden. Das sei auch ein Gebot der wachsenden Knappheit und Verteuerung von Rohstoffen. Weniger CO2-Ausstoß sei bekanntlich gleichbedeutend mit weniger Verbrauch. Eine maßvolle steuerliche Mehrbelastung für Alt­fahrzeuge sei durchaus vermittelbar. Was der Autofahrer als Bürger verstehe, ak­zeptiere er auch als Wähler.

Fehle der Politik die Kraft für eine solche Entscheidung, müsse jetzt endgültig ein Schluss­strich unter die Reformpläne gezogen werden. Das sei zwar ein Eingeständnis des Schei­terns. Wenigstens würden aber Verunsicherung und Kaufzurückhaltung der Autofahrer nicht mehr so geschürt wie durch weiteres Zaudern und Taktieren.

Trick Betrüger in Autohäusern

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg warnt Autohäuser vor einem Ehepaar, das Kaufinteresse an Kraftfahrzeugen vortäuscht, Probefahrten vereinbart und von diesen nicht zurückkehrt. In einer Mitteilung an den Kfz-Landesverband Baden-Württemberg, verweist das LKA darauf, dass das Ehepaar nach bisherigen polizeilichen Ermittlungen bundesweit agiert. Der Zentralverband informierte heute aktuell die Verbandsorganisationen.

Nach derzeitigen Feststellungen der Polizei handelt es sich bei den Tätern um das Ehepaar Ulrike Elisabeth Pöhler (geb. Hilden), geboren am 18.3.1966 in Köln-Weidenpesch und Frank Wolfram Pöhler, geboren am 2.3.1968 in Schlema/Aue.

Frau Pöhler ist ca. 165 cm groß, hat aschblonde, glatte Haare und ist Brillenträgerin. Herr Pöhler ist ca. 175 cm groß und schlank und hat dunkelbraune, leicht graumelierte kurze Haare. Beide Täter sprechen Hochdeutsch.

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg rechnet mit einem weiteren Auftreten der Täter und bittet bei ihrem etwaigen Auftauchen um umgehende Benachrichtigung der nächsten Polizeidienststelle.