Fotolia-Bild #37836664

Licht-Test 2008: Wieder mehr Mängel

Die Bilanz des Licht-Tests 2008 zeigt Schatten: Nach Angaben des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes ist ein erneuter Anstieg der Mängelquote auf 36 Prozent zu verzeichnen. Auf den Pkw-Bestand hochgerechnet seien demnach nahezu 15 Millionen Fahrzeuge mit Fehlern an der Beleuchtungsanlage unterwegs. Im Vorjahr hatten 35,4 Prozent der rund zehn Millionen überprüften Pkw Licht-Mängel.

Vor allem die Scheinwerfer blieben Autofahrers Stiefkind: Sie stehen mit 13,8 Prozent (2007: 14,8 Prozent) weiterhin ganz oben auf der Mängelliste. Immerhin 7,4 Prozent der Pkw waren sogar "blind" unterwegs. Zudem blendete rund jeder zehnte Autofahrer den Gegenverkehr mit zu hoch eingestellten Scheinwerfern. Besser als im Frontbereich des Autos steht es um die rückwärtige Beleuchtung. Dennoch liegt auch deren Mängelquote mit 9,4 Prozent (2007: 9 Prozent) im Hinblick auf die Verkehrssicherheit weiterhin zu hoch. Der Verbandssprecher sieht die Ursache der hohen Mängelquote im offensichtlichen Rotstift bei Service und Wartung ebenso wie in dem vergleichsweise alten Fahrzeugbestand.

Der Sprecher des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, das den Licht-Test mit der Deutschen Verkehrswacht unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers organisiert, rief die Autofahrer auf, gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit auf eine intakte Lichtanlage zu achten.

Die neue Fortbildung für Teile- und Zubehör steht

Siegburg. Die neue Weiterbildung zum "Geprüften Automobil Teile- und Zubehörverkäufer" ist unter Dach und Fach. Die Spitzenverbände der Automobilwirtschaft haben jetzt in Siegburg eine neue Gütegemeinschaft gegründet. Ab Januar 2009 erfolgen die ersten Zertifizierungen anhand festgelegter Standards. In der gründenden Versammlung verabschiedete das Deutsche Kfz-Gewerbe gemeinsam mit neun Mitgliedern vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) die Geschäftsordnung, den Zertifizierungskreis sowie die Geschäftsführung.

Nach 15 Jahren bzw. acht Jahren qualifizierter Weiterbildung zum Automobilverkäufer und -Serviceberater mit insgesamt rund 30.000 Abschlüssen wird eine vergleichbare Qualifizierung mit ähnlichen verbindlichen Standards nun auch den Teile- und Zubehör-Mitarbeitern ermöglicht. Alle hierzu erforderlichen Aktivitäten wird die Gütegemeinschaft zukünftig lenken. Nur die zertifizierten Mitglieder Gütegemeinschaft werden berechtigt sein, ein Qualitätssiegel zu nutzen, das die hohen Maßgaben der neuen Weiterbildung dokumentiert. Im Gegenzug verpflichtet sich die Gütegemeinschaft, das Fortbildungssystem laufend zu überprüfen.

Kraftfahrzeuggewerbe fordert Wachstumspaket

Einstimmig hat die Herbsttagung des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, an der neben dem Präsidium des Zentralverbandes die Präsidenten und Geschäftsführer der 15 Landesverbände teilnahmen, ein konjunkturpolitisches Wachstumspaket verabschiedet. Das unter Vorsitz von Präsident Robert Rademacher durchgeführte Branchentreffen fordert von der Bundesregierung und den Landesregierungen ein über die steuerliche Erleichterung für den Fahrzeugkauf hinausgehendes Wachstumspaket.

Zentraler Punkt des Papiers und der Stellungnahme zur aktuellen Situation seien standortsichernde und wachstumsfördernde Maßnahmen, die vor allem auch die besondere Situation des standortgebundenen Kraftfahrzeuggewerbes mit seinen rund 39.000 Betrieben in Deutschland berücksichtigten. Das von der Arbeitstagung des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes beschlossene Papier sieht folgende Forderungen an die Politik vor:

- Die beschlossene Steuerbefreiung ist ein erstes richtiges Signal, um die Kaufzurückhaltung bis zum Termin der "neuen Kfz-Steuer" aufzulösen. Eine Befristung bis 30. Juni 2009 wird abgelehnt. Bei Kurzzulassungen bis 30 Tage muss indes für die Stichtagsregelung zum 5. November die Zulassung auf den Endverbraucher maßgeblich sein.

- Die Umstellung der Kfz-Steuer auf eine CO2- und schadstofforientierte Besteuerung muss schnellstmöglich erfolgen, um der weiteren Verunsicherung der Autokäufer entgegenzuwirken. Die gewünschte, hier vor allem ökologische Wirkung verlangt, dass junge Gebrauchtwagen einbezogen werden, sofern sie die noch zu definierenden Umwelt-Standards erfüllen.

- Eine Art Verschrottungsprämie beim Ersatz eines alten Pkw kann eine kurzfristige Nachfrageschwäche überbrücken.

- Die Fahrt zur Arbeit ermöglicht, aber mindert auch Erwerbseinkommen. Daher fordert das Deutsche Kfz-Gewerbe die Rückkehr zur Pendlerpauschale vom ersten Kilometer an.

- Es ist ökologisch geboten, den Förderzeitraum für die Nachrüstung mit Rußpartikelfiltern über den 31. Dezember 2009 hinaus zu verlängern. Gleichermaßen wichtig ist es, die Förderung auf leichte Nutzfahrzeuge auszudehnen. Zu diesem Zweck hat das Deutsche Kfz-Gewerbe eine Transporter-Offensive mit dem Handwerk gestartet.

- Die Gleichbehandlung mit den Bau- und Ausbauhandwerken wie auch die Bekämpfung der Schwarzarbeit erfordern, die steuerliche Absetzbarkeit im Rahmen des Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung auch auf automobile Serviceleistungen auszudehnen.

Kfz-Gewerbe mahnt die Verantwortung der Banken an

Vor dem Hintergrund zunehmender Kreditabsagen hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe die aktuelle Verantwortung der Banken zur Bewältigung der im Mittelstand angekommenen Finanzkrise angemahnt. Im Vorfeld einer Branchentagung in Bonn sagte Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, es mehrten sich Nachrichten aus dem Automobilhandel, dass Kreditzusagen verteuert, zurückgezogen oder sogar kurzfristig fällig gestellt würden.

Die Branche mit ihren rund 470.000 Beschäftigten müsse sich als bedeutender Teil des standortgebundenen Mittelstandes in Deutschland gerade jetzt auf Kreditzusagen verlassen können. Rademacher forderte namentlich die Landesbanken auf, mit einer verantwortungsgerechten Kreditvergabe zur Lösung der Probleme beizutragen, die durch die Finanzmarktkrise für Autohäuser und Werkstätten verschärft worden seien. Die von Banken bereits genutzten Mittel aus dem Paket der Bundesregierung sollten für bestehende Kreditzusagen genutzt werden. Besonders klein- und mittelständische Unternehmen des Kraftfahrzeuggewerbes könnten in eine Existenz bedrohende Schieflage geraten.

Kfz-Gewerbe zeigt seine Ausbildungsoffensive

Premiere für neues Schild - Rademacher lobt Ausbildungsleistungen

Mannheim. Premiere im Mannheimer Autohaus Ernst: Zum ersten Mal wurde gestern ein neues Zeichen des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes vergeben, mit dem Autohäuser und Werkstätten zukünftig ihre Ausbildungsleistungen darstellen werden. Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, und Stefan Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Fuchs Petrolub AG, übergaben das neue Schild an Dieter Ernst, der mit seinen Lehrlingen das Schild "Dieser Betrieb bildet aus" entgegennahm. Rund 20.000 Schilder sollen bis Ende 2009 an Kfz-Ausbildungsbetrieben auch den Kunden demonstrieren, dass das Kraftfahrzeuggewerbe zu den ausbildungsstärksten Branchen Deutschlands zählt.

Mit 94.500 Auszubildenden und einer Ausbildungsquote von rund 20 Prozent sei das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe auch im Autojahr 2008 eine der größten homogenen Ausbildungsbranchen Deutschlands. Rund 30.000 neue Lehrlinge würden pro Ausbildungsjahr in den technischen und kaufmännischen Berufen eingestellt.

Ein kleiner Schatten in der strahlenden Ausbildungsbilanz der Branche mit rund 39.000 Betrieben sei die Zahl der Ausbildungsbetriebe, die mit der positiven Ausbildungsbilanz nicht Schritt halten konnten. So bilden nach Angaben Robert Rademachers noch etwa 25.000 Kfz-Meisterbetriebe aus.

Das jetzt auf Initiative des PR-Partners Fuchs Europe Schmierstoffe entwickelte Zeichen sei auf Wunsch zahlreicher Unternehmen entstanden, um die Ausbildungsaktivitäten besonders den jungen Menschen zu zeigen. Auto-Berufe seien Chancen für Könner.

Autofahrer, die zum Service mit Ölwechsel dem neuen Schild folgten, unterstützten die Ausbildungsarbeit der 234 Innungen im Deutschen Kfz-Gewerbe. Denn für jeden durch die Innungsbetriebe abgenommenen Liter Motorenöl schütte Fuchs bis zu vier Cent aus. Dieses Geld fließe direkt in die Ausbildungs- und Weiterbildungsaktivitäten. Allein im vergangenen Jahr seien auf diese Weise 90.000 Euro zusammengekommen. Dieses Engagement des Hauses Fuchs sei besonders herauszustellen.

Das Schild sei Teil der "großen Service-Offensive" von Fuchs und Deutschem Kraftfahrzeuggewerbe im Rahmen der bundesweiten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Kaufanreize auch für junge Gebrauchte

Kaum hat die Bundesregierung die Kfz-Steuererfreiung für alle Neuwagen beschlossen, starten die Diskussionen in den Koalitionsfraktionen. Es werde über Alternativen nachgedacht, heißt es, ohne jedoch weitere Details zu nennen. In der Tat bestehe noch weiterer Handlungsbedarf, meint Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Die Steuerbefreiung für neue Fahrzeuge sei sicher ein erster richtiger Schritt, gehe indes nicht weit genug. Bei den Kaufanreizen fordert er vor allem junge Gebrauchtwagen einzubeziehen, wenn sie die Umwelt-Standards erfüllen.

Von den Fraktionen offenbar erwogene Alternativmaßnahmen kann Koblitz nur dann begrüßen, wenn sie tatsächlich, kurzfristig und effizient umgesetzt werden. Sie dürften indes keinesfalls über Diskussionen weiter auf die lange Bank geschoben werden. Jetzt könne zudem die Chance genutzt werden, nicht nur finanzielle Anreize für schadstoffarme neue Fahrzeuge zu setzten. Ein umfassendes Konjunkturprogramm für den Autohandel müsse vielmehr in gleichem Maße eine Förderung für Gebrauchtwagen, die unter dem durchschnittlichen derzeitigen CO2-Wert liegen und nicht älter als ein oder zwei Jahre sind, vorsehen sowie Transporter und Pkw-baugleiche Nutzfahrzeuge einbeziehen.

Ferner forderte Koblitz "keine Ankündigungen mehr, die dazu beitragen, die Kaufentscheidung wieder und weiter zu verschieben." Schon jetzt müsse auch Klarheit über die CO2-Steuer geschaffen werden. Eine schnelle Reform der Kfz-Steuer auf der Basis der CO2-Ziele bereits zum 1. April 2009 könne mittelfristig wirkende Anreize zur Modernisierung des Pkw-Bestandes schaffen.

Beide Fraktionen berieten am Dienstag in Berlin über das Investitionspaket, das in einer Sondersitzung der Unionsfraktion am Donnerstag erneut auf der Agenda steht. Die Kfz-Steuerbefreiung ist Bestandteil des Pakets. Die Fraktionen können im parlamentarischen Verfahren noch Änderungen an den Konjunkturhilfen vornehmen.

Resolution für eine neue Kfz-GVO

St. Gallen. Beim traditionellen Branchentreffen haben die Kraftfahrzeugverbände Luxemburg, Schweiz, Südtirol, Österreich und Deutschland eine Resolution beschlossen, mit der die Europapolitiker für eine neue Kfz-GVO überzeugt werden sollen.

Die Resolution hat folgenden Wortlaut:

In den Ländern der Europäischen Union und der Schweiz werden Verkauf, Wartung und Reparatur von Automobilen durch 350.000 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit insgesamt 2,8 Millionen Beschäftigten durchgeführt.

Der rechtliche Rahmen für die Tätigkeit dieser Unternehmen ist die europäische Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (Kfz-GVO). Kernpunkte sind unter anderem:

- Vorgaben für die zulässigen Inhalte der Verträge zwischen den KMU des Kfz-Gewerbes und den wirtschaftlich überlegenen Automobilherstellern.

- Das Recht dieser Unternehmen, Automobile mehrerer Marken verkaufen und reparieren zu dürfen.

- Das Recht der KMU des Kfz-Gewerbes, ihren vertragsgebundenen Betrieb auf einen Markenkollegen übertragen zu dürfen.

- Mindestfristen für die Kündigung von Händler- und Werkstattverträgen durch die Automobilhersteller und deren Pflicht zur Begründung der Kündigung.

Auf Basis dieser Rahmenbedingungen haben KMU des Kfz-Gewerbes mehrere Milliarden Euro, zum Beispiel in Mehrmarkenbetriebe, investiert und hierfür Kredite aufgenommen.

Nun will die EU-Kommission, die Kfz-GVO zum 31. Mai 2010 ersatzlos auslaufen zu lassen.

Damit könnten vor allem Mehrmarkenbetriebe von den Herstellern untersagt werden. Dann würden viele KMU des Kfz-Gewerbes ihre Existenz verlieren, weil sich ihre Investitionen nicht mehr amortisieren und sie die dazu notwendigen Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten. Dies stünde in offenem Widerspruch zum besonderen Schutz der KMU, den die Europäische Union im Small Business Act ausdrücklich verankert hat. Die Arbeitsplätze von zigtausenden Beschäftigten gingen verloren.

Der Wettbewerb zwischen den Marken und innerhalb der Marken nähme zum Nachteil der Verbraucher ab. Der Weg zum nächsten Betrieb würde für den Autofahrer weiter.

Deshalb fordern die unterzeichnenden Verbände die EU-Kommission auf, die Existenz dieser KMU und ihrer Beschäftigten - auch zum Vorteile des Wettbewerbs und der Verbraucher - nicht zu gefährden und die aktuelle Kfz-Gruppenfreistellungverordnung 1400/2002 über den 31. Mai 2010 hinaus unverändert um mindestens zehn Jahre zu verlängern.

Finale der Besten auf Bundesebene

Die besten Kfz-Mechatroniker aus 16 Bundesländern kämpfen um den Pokal. Beim Finale des Praktischen Leistungswettbewerbs am 22. November 2008 in der Berufsbildungsstätte der Handwerkskammer Lübeck-Travemünde treffen die Landessieger aufeinander. Der Sieg in der Bundesausscheidung eröffnet ihnen die Chance, zum Fünf-Länder-Cup 2009 nach Luxemburg zu fahren, wo die Gewinner aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Luxemburg dann um das Ticket zu den EuroSkills 2010 in Polen wetteifern. Parallel sucht das Deutsche Kfz-Gewerbe im "2. Girls Casting" die drei Besten in der Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin, die als Botschafterinnen für den "Girls Day 2009" auftreten werden.

Die Berufswettbewerbe sollen junge Menschen fordern und fördern. Sie zeigen Chancen auf und motivieren zu mehr Leistung. Um das Finale zu erreichen, haben die Gesellen einen langen Weg über Innungs-, Kammer- und Landesausscheidungen beschritten. In Travemünde müssen sie nun vor den Augen der 16-köpfigen Jury, in der auch die Teilnehmer der Internationalen Berufswettbewerbe der letzten Jahre sitzen, acht Stunden lang praktische Aufgaben auf hohem Niveau lösen. Die Arbeiten, die so auch täglich in der Werkstatt vorkommen können, reichen von Motormanagement und Fahrzeugvermessung bis hin zum Prüfen der Abgaswerte und umfangreichen Fehlerdiagnosen. Dabei sind die Wettstreiter gefordert, an verschiedenen Autofabrikaten zu werken. Die internationalen Wettbewerbe im Blick, müssen sie sogar Fragen in englischer Sprache meistern. Der Sieger kann sich auf eine feierliche Preisverleihung am Abend freuen.

Im Internet unter www.autoberufe.de stehen Informationen über die Wettbewerbe bis hin zur Berufs-Olympiade.

Richtiger Schritt, aber zu kurz gesprungen

Als "Schritt in die richtige Richtung, aber zu kurz gesprungen", wertet das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe den gestrigen Kabinettsbeschluss. Die Bundesregierung hat sich darauf verständigt, schadstoffarme Neufahrzeuge befristet von der Steuer zu befreien. Für Pkw mit Erstzulassung ab sofort wird demnach befristet bis zum 31. Dezember 2010 die Kfz-Steuer für ein Jahr ausgesetzt. Für Fahrzeuge, welche die Euro-5- und Euro-6-Norm erfüllen, verlängert sich die maximale Kfz-Steuerbefreiung auf zwei Jahre ab Erstzulassung.

Die Entscheidung der Bundesregierung sei ein erster richtiger Schritt, der Kaufzurückhaltung der Autofahrer entgegenzuwirken, sagte ein Verbandssprecher. Entscheidend dabei sei, dass die Kfz-Steuerbefreiung - wie in der vergangenen Woche angekündigt - rückwirkend ab dem gestrigen Kabinettsbeschluss gelte. Wer seinen Neuwagen also gestern erstmals zugelassen hat, profitiere bereits von der Steuerbefreiung.

Indes werde die längst überfällige Reform der Kfz-Steuer jetzt unnötig auf die lange Bank geschoben, hieß es weiter. Der Kabinettsbeschluss sage aus, dass erst 2011 mit der CO2-basierten Kfz-Steuer zu rechnen sei. Es sei demnach zu befürchten, dass die jetzige Bundesregierung das CO2-basierte System nicht mehr umsetzen werde. Damit werde die Chance vertan, der Verunsicherung der Verbraucher und einer daraus resultierenden Kaufzurückhaltung in der bislang ergebnislosen CO2-Debatte entgegenzuwirken. Zudem könne die Umstellung der Kfz-Steuer auf ein CO2-basiertes System den Bestand mit einbeziehen. Auf diese Weise würde dann auch der ökologisch wünschenswerte Umstieg auf einen verbrauchsgünstigeren und emissionsärmeren Gebrauchtwagen gefördert.

Kfz-Gewerbe für Steuerbefreiung ab sofort

Als positives Signal für die gesamte Automobilwirtschaft hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die von der Bundesregierung angekündigte befristete Steuerbefreiung für schadstoffarme Neufahrzeuge bezeichnet. Der hiervon ausgehende psychologische Effekt sei mindestens ebenso wichtig wie die wirtschaftliche Entlastung für Autokäufer.

Jetzt komme es darauf an, die Maßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen. Dazu ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz: "Wir haben keine Zeit für ein Bund-Länder-Gerangel und ideologische Grundsatzdebatten. Es muss eine Lösung her." Entscheidend sei, dass die Steuerbefreiung nicht erst für Verkäufe ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Neuregelung gelte, sondern rückwirkend ab dem Kabinettsbeschluss der Bundesregierung, also ab sofort. In diesem Punkt dürfe die Sprachregelung keinerlei Zweifel aufkommen lassen. "Andernfalls warten erst mal alle auf das Gesetz, und bis dahin wird kein Auto mehr verkauft. Damit gäbe man uns Steine statt Brot", so Koblitz weiter.

Die nach Schadstoffklassen gestaffelten Fristen für die Steuerbefreiung seien das richtige Mittel zur bezweckten umweltverträglichen Förderung des Fahrzeugabsatzes. Eine Differen­zierung nach dem CO2-Ausstoß habe anderswo zu erfolgen, nämlich bei der Kfz-Steuer selbst. Deren längst überfällige Reform dürfe jetzt nicht etwa auf die lange Bank geschoben werden. Bei der Ausgestaltung der Kfz-Steuer habe man es insbesondere in der Hand, Ressourcen- und Klimaschutz mit noch längerem Hebel, nämlich unter Einbeziehung bereits zugelassener Fahrzeuge zu betreiben. So könne auch der ökologisch wünschenswerte Um­stieg auf einen verbrauchsgünstigeren und emissionsärmeren Gebrauchtwagen gefördert werden.