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Warum Wuchten zum Räderwechsel gehört

Sie werden über Kanten und Schlaglöcher gejagt, von großen Fliehkräften verformt und verrichten doch ihren Dienst - Autoreifen. Gerade weil Reifen so klaglos den üblichen Belastungen standhalten, ist wenig über die Auswirkungen so genannter Unwuchten bekannt. Nicht selten verzichten daher Autofahrer darauf, diese ausgleichen zu lassen. Wer hier den Rotstift ansetzt, spart ganz klar an der falschen Stelle. Die Autoexperten des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes erklären, warum wuchten wichtig ist:

Ein richtig rund laufendes Rad gewährleistet sicheres und komfortables Fahren. Die Gewichtsverteilung am Rad ist aber nicht perfekt. Kommt das Rad aufgrund eines Bordsteinremplers aus dem Gleichgewicht, lassen so genannte Radial- oder Lateralkraftschwankungen eine Unwucht entstehen. Aber auch neue Reifen haben eine Unwucht, denn die Masse eines sich drehenden Rades ist nie völlig gleichmäßig über den Umfang verteilt. Ungleich abgefahrene Reifen und ein flatterndes Lenkrad sind ein Indiz dafür. Bei schneller Fahrt entwickeln Reifen enorme Fliehkräfte. Kleine Unregelmäßigkeiten von nur wenigen Gramm potenzieren sich so - in Abhängigkeit von der Größe der Reifen - um ein Vielfaches und beanspruchen Reifen, Radlager, Achsaufhängung und Karosserie. Das hat Folgen für die Sicherheit, denn mit steigendem Fahrtempo nimmt die Unwucht zu und die Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn verringert sich. Das Auto fährt mit zunehmendem Tempo immer unruhiger.

Um ungleichen Verschleiß am Reifen sowie Schäden an der Radaufhängung zu vermeiden, sollte ein Fachmann mit dem saisonalen Reifenwechsel auch die Räder auswuchten: Im Kfz-Meisterbetrieb werden Ungleichmäßigkeiten des Rad-Reifen-Systems ermittelt und mit einem kleinen Gegengewicht ausgeglichen. Das Auswuchten erfordert besondere technische Geräte. Der Fachmann verrichtet das Auswuchten nach dem aktuellen Stand der Technik sach- und fachgerecht und auf Basis der gesetzlichen Grundlagen. Darüber hinaus ist Feinwuchten zumindest für die Räder der Lenkachse zu empfehlen. So werden direkt am Auto Restunwuchten ausgeglichen, die durch Nabe und Bremsscheiben auftreten.

Kfz-Gewerbe für volle Prämie

Gegen eine Absenkung der Umweltprämie hat sich das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe ausgesprochen. Ein Sprecher des Branchenverbandes ZDK sagte, die Bundesregierung habe noch in dieser Woche durch beide Regierungssprecher erklärt, dass die volle Prämie für das Jahr 2009 gewährt werde.

Die jetzt aufgeflammte Diskussion über eine Kürzung der Prämie ab Juni sorge für erneute Unruhe und Verunsicherung. Wer eine solche Regelung fordere, müsse sich darüber im Klaren sein, dass dies psychologisch gesehen einer Abschaffung der Prämie zum 31. Mai gleichkomme.

Abschließend sagte der Sprecher, die vom Verband in Auftrag gegebene forsa-Umfrage habe bereits im Januar gezeigt, dass zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Autofahrer die Umweltprämie "auf jeden Fall beantragen werden".

Umweltprämie: ZDK fordert Klarheit

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordert die Bundesregierung auf, schnellstmöglich Klarheit über die weitere Gewährung der Umweltprämie zu schaffen. Nach heutigem Stand sind rund 940.000 Prämien-Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einschließlich der Reservierungsverfahren eingegangen.

Der anhaltende Erfolg der Umweltprämie lasse bis zum Jahresende die Zahl von 1,5 Millionen Anträgen als wahrscheinlich unteren Wert erscheinen. Die Bundesregierung sei gefordert, den vielfältigen Ankündigungen umgehend klare Beschlüsse und Entscheidungen folgen zu lassen.

Autokunden wie Autohändler sind völlig verunsichert, warnte ein Sprecher des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Eine Entscheidung zur Aufhebung der Deckelung des Fördertopfes könne keinesfalls bis Ostern warten, sondern müsse jetzt getroffen werden. Nur eine Stichtagsregelung könne letztendlich Klarheit schaffen. Die Belastung durch die vorgeschlagene Änderung halte sich für den Staat, wie bei der Umweltprämie insgesamt, durch die zusätzlichen Steuereinnahmen in Grenzen. Als Stichtag angedacht war der 31. Dezember 2009.

Umweltprämie auf gewerbliche Nutzfahrzeuge ausdehnen

Berlin/Bonn. Die Bundesregierung verlängert die Umweltprämie für private neue Pkw und Jahreswagen bei gleichzeitiger Verschrottung des Altfahrzeugs. Dazu erklären die Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, und des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), Robert Rademacher:

"Die Krise muss mit Unterstützung des Staates auch zur ökologischen Erneuerung des gewerblichen Fahrzeugparks genutzt werden. Dazu schlagen wir eine Ausdehnung der Umweltprämie auf Transporter und leichte Nutzfahrzeuge vor.

Damit wird

1. ein positiver ökologischer Effekt erreicht,
2. die Fuhrpark-Modernisierung auch für kleine und mittlere Betriebe möglich,
3. und die innovative Nutzfahrzeug- und Reifenindustrie wird gezielt gefördert.

Viele kleinere Betriebe können die Umweltprämie nicht nutzen. Gerade Handwerker fahren ältere Kombi- und Transportfahrzeuge, sowie Spezialfahrzeuge, deren Antrieb oft nicht mehr heutigen Umweltstandards entspricht. Die Investition in Neufahrzeuge ist in der aktuellen Krise vielen Unternehmen nicht möglich, zumal diese Arbeitsfahrzeuge häufig trotz ihres Alters nur geringe Laufleistungen aufweisen.

Es sollten nicht nur auf der einen Seite Halter von Pkw und auf der anderen Seite Betreiber von schweren Lkw durch staatliche Förderprogramme Unterstützungen zum Neukauf erhalten. Eine Ausdehnung auf die gleichfalls betroffenen Handwerksbetriebe ist angebracht. Zumal die Umweltprämie die Konjunktur stützt und sich durch das deutlich erhöhte Mehrwertsteueraufkommen teilweise selbst finanziert.

Erschwerend kommt hinzu, dass ab 2010 die Verschärfung der Fahrverbote für Dieselfahrzeuge mit roten oder gelben Umweltplaketten in vielen kommunalen Umweltzonen erfolgt. Auch diese erfordern gerade bei Handwerksfahrzeugen kostenintensive Anpassungsmaßnahmen."

Umweltprämie: Postweg öffnen

Die auch am zweiten Tag bestehenden technischen Probleme beim elektronischen Versand der Unterlagen für die Umweltprämie durch Autohäuser und Autokunden hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe veranlasst, in einer Nachricht an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) die Öffnung des Postweges zu ermöglichen.

Ein Sprecher des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes sagte heute, der Branchenverband ZDK fordere, das postalische Verfahren auch für die Prämien-Reservierung durch Kaufverträge zu nutzen. Die technischen Probleme sorgten unverändert für Unruhe und Unsicherheit beim prämienvergünstigten Verkauf von neuen Pkw und Jahreswagen.

Umweltprämie wird aufgestockt!

Da hat sich die Lobbyarbeit des gesamten deutschen Kfz-Gewerbes und der Automobilbranche (auch die öffentlichen Apelle und Schreiben des ZDK) doch bezahlt gemacht, die von allen geforderte Aufstockung der Umweltprämie ist seitens der Bundesregierung nun beschlossene Sache.

Die Autobranche kann aufatmen: Die staatliche Abwrackprämie zur Ankurbelung des Neuwagengeschäfts wird aufgestockt. Darauf haben sich Kanzlerin Merkel und Vizekanzler Steinmeier geeinigt. Ohne weitere Mittel wäre nach Ostern Schluss gewesen.

Vereinbart wurde, dass die Prämie aber keinesfalls über 2009 hinaus gewährt wird. Die Abwrackprämie ist Teil des Konjunkturpakets II. Bei Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Autos erhält der Käufer eines Neu- oder Jahreswagens 2500 Euro vom Staat.

Bislang waren die Finanzmittel für den Verschrottungsbonus auf 1,5 Milliarden Euro befristet, was rund 600.000 Prämien entspricht. Bis zum 25. März waren beim für die Mittelvergabe zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bereits 346.741 Anträge auf Gewährung der Umweltprämie eingegangen.



Wie aus Koalitionskreisen verlautete, soll eine Entscheidung über das weitere Verfahren und das künftige Gesamtvolumen voraussichtlich nicht mehr vor Ostern fallen. Es gebe keinen Grund zu Hast und Eile, sagte Vize- Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Es bleibe angesichts der weiter zur Verfügung stehenden Mittel noch genügend Zeit für eine Festlegung.

Beobachter rechnen damit, dass die Zahl der Anträge ab dem 1. April rasant ansteigt. Ab diesem Zeitpunkt können die Anträge auch per Computer online gestellt werden; zudem ist ab diesem Termin eine Vorreservierung der Prämie möglich, falls der Neuwagen erst später geliefert wird. "Es könnte sein, dass zu Ostern der Topf leer ist", sagte eine Sprecherin des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Autoverbände sowie einige Spitzenmanager der Branche, darunter VW-Chef Martin Winterkorn, hatten sich wiederholt für eine Aufstockung der Mittel ausgesprochen. Die Abwrackprämie hat zu einem Boom vor allem im Kleinwagensegment geführt; zeitweilig kam es zu Lieferschwierigkeiten.

"Wanderer" im Autogeschäft

Bonn/Stuttgart. Ein Trend des Autojahres 2007 hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt: Die Gruppe der ehemaligen Neuwagenkäufer, die sich aktuell für einen gebrauchten Pkw entschieden haben, war größer als im umgekehrten Fall. 815.000 ehemalige Neuwagenkäufer stiegen auf einen Gebrauchten um, 767.000 von einem gebrauchten auf einen neuen Pkw. "Wanderer" im Automobilgeschäft habe es auch im Servicemarkt gegeben, in dem die Vertragswerkstätten bei den Verschleißreparaturen vier Prozentpunkte einbüßten.

Diese und weitere Marktdaten des Autojahres 2008 hat der alljährliche Report der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) aufgelistet. Er wird am Mittwoch, 25. März 2009, ab 11 Uhr der Presse im DAT-Haus in Stuttgart, DAT - Helmuth-Hirth-Str. 1, 73760 Ostfildern-Scharnhausen vorgestellt.

AMI: AutoBeruf

Leipzig. Der Aktionstag "AutoBerufe - Chancen für Könner" lockt am 1. April Berufseinsteiger in die Glashalle der Leipziger Messe. Junge Menschen, die vor dem ersten Schritt in Richtung berufliche Zukunft stehen, können viele nützliche Tipps mitnehmen und sich mit Auszubildenden über die Berufswelt rund um Mobilität und PS unterhalten. Der Aktionstag des Kfz-Gewerbes schließt sich dem "Tag für Berufseinsteiger" an, der am 1. April 2009 anlässlich der Auto Mobil International (AMI) in Leipzig stattfinden wird.


Auf der Sonderschau des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes in der Glashalle (Eingang West), stellt ein abwechslungsreiches Programm die vielen attraktiven Wege für jungen Menschen vor, um mit den AutoBerufen durchzustarten. Der Aktionstag bietet eine Reihe von Gesprächsrunden, in denen technische und kaufmännische Auszubildende über ihre Ausbildung im Kfz-Gewerbe berichten. Nach dem Motto "Girls ans Auto - hier liegt die Zukunft" erzählen Mädchen von ihren Erfahrungen gerade in den Kfz-technischen Berufen. Praktische Tipps gibt es für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Schließlich zeigen junge Erfolgsmenschen, wie Zukunft laufen kann, und berichten über ihre Erfolgswege.

Weitere Informationen unter www.autoberufe.de.

Sonderkonjunktur belebt die Autohäuser und Werkstätten

Kfz-Verband korrigiert Prognosen nach oben - Umweltprämie sorgt für gute Stimmung - Rund 400.000 Kaufverträge - Umsatz 2008 bleibt nahezu stabil: 129,5 Milliarden Euro - Zuwachs von einer Million Serviceaufträgen - Verluste im Neuwagenverkauf - Rund 6.100 Arbeitsplätze abgebaut - Branche will mit Herstellern ein neues Geschäftsmodell - GVO-Entscheidung noch immer in der Schwebe - Strukturwandel verschärft sich weiter

München. Die seit Mitte Januar beschlossene staatliche Umweltprämie hat in den deutschen Autohäusern und Werkstätten eine alle Erwartungen übertreffende Sonderkonjunktur ausgelöst. Über 400.000 bisher mit Prämie hinterlegte Kaufverträge "sorgen für gute Stimmung" in einer Branche, die im vergangenen Jahr auf neue Tiefpunkte bei Absatz und Rentabilität abrutschte. Der Gesamtumsatz mit dem Verkauf neuer und gebrauchter Pkw und Lkw sowie mit dem Service blieb in den 39.100 (Vorjahr 39.750) Unternehmen bei einem Minus von 0,2 Prozent mit 129,5 Milliarden Euro nahezu stabil. Rund 6.100 Arbeitsplätze gingen verloren, 650 Betriebe mussten schließen. Robert Rademacher, Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, sagte vor Journalisten in München, die Branche genieße nach jahrelanger Talfahrt derzeit den durch die Umweltprämie entstandenen Stimmungsumschwung. Die ursprüngliche Jahresprognose für neue Pkw korrigiere man von 2,8 Millionen auf "gut drei Millionen".

9,2 Millionen Autokäufe

Zur Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse (IHM) legte das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe traditionell Bilanz und Ausblick vor. Mit insgesamt 9,2 Millionen Käufen neuer und gebrauchter Pkw (Vorjahr 9,4), einem stabilen Nutzfahrzeuggeschäft und rund 72,5 Millionen Serviceaufträgen (Vorjahr 71,5 Millionen) habe die Branche das Jahr 2008 abgeschlossen. Diese Statistiken spiegelten lediglich die "quantita-tive Realität" wider, denn die Finanz- und Wirtschaftskrise treffe die "Automobilwirtschaft seit dem letzen Jahresquartal mit aller Härte".

"Korrekturen der Fahrtrichtung"

Der erneute Rückgang der Umsatzrendite vor Steuern im Handelsgeschäft habe dazu geführt, dass die Mehrheit der Autohäuser rote Zah-len geschrieben und dass sich auch im Branchendurchschnitt erstmals ein Verlust ergeben habe. Diese Alarmsignale dürften auch zum Start des Autojahres 2009 durch einen nahezu euphorischen Stimmungsumschwung, ausgelöst durch die zeitlich befristete Umweltprämie, nicht überhört werden. Der Strukturwandel dauere unverändert an und werde sich verschärfen, wenn "Korrekturen der Fahrtrichtung angesichts des vorübergehend schönen Wetters ausbleiben". Die alarmierenden Ergebnisse des Autojahres 2008 seien Auslöser der Forderung nach einem neuen Geschäftsmodell mit den Automobilherstellern, um die Lasten- und Risikoverteilung ausgewogener zu gestalten. Die leichten Verbesserungen, zum Beispiel in Form eines Rückgangs der Direktgeschäfte der Hersteller, seien nämlich nicht strategischer Art, sondern durch signifikante Veränderungen in der Nachfrage ausgelöst.

Auftragsminus ist alarmierend

Der Neuwagenmarkt des vergangenen Autojahres habe vom Volumen her mit 3,09 Millionen Neuzulassungen im Korridor der Erwartungen gelegen. Die Qualität der Geschäfte sei indes besorgniserregend. Alarmierend seien vor allem das letzte Quartal und das kumulative Ergebnis im Auftragseingang zum Jahresende mit elf Prozent minus. Ein immer größeres Risiko wären die vielfach weit überhöhten Restwerte der zurückkommenden Leasing-Fahrzeuge. Diese führten zu existentiellen Gefahren für Autohändler, die das Leasinggeschäft intensiv betrieben hätten. Da diese Geschäfte in aller Regel auf der Grundlage von den Herstellern vorgegebenen Restwerten getätigt worden seien, müssten Wege gefunden werden, dass sich die Hersteller nun auch an diesen von ihnen mit verursachten Verlusten beteiligten, sagte Rademacher und forderte entsprechende Unterstützung von der Industrie.

Automarkt D ohne Einheit

Der durchschnittliche Preis eines neuen Pkw verringerte sich nach Angaben Rademachers in 2008 um 1,2 Prozent auf 25.660 Euro. Ursache seien die signifikanten Verschiebungen in den Modellsegmenten, die man mit dem Modewort Downsizing kennzeichnen könne. Unverändert gebe es dabei regionale Unterschiede zwischen Ost mit 21.310 Euro (Vorjahr 21.990) und West mit 26.750 Euro (Vorjahr 26.540).

Diesel bleibt auf Talfahrt

Gewinner des Autojahres 2008, das einen Verlust von 210.000 Verkäufen zu verzeichnen habe, davon 60.000 neue Pkw, sei das kleine Modellsegment gewesen. Nahezu acht Prozent plus für das "Mini-Segment" kennzeichneten die wachsende Nachfrage nach "kleinen, grünen Autos". Die Kompaktklasse sei mit 813.000 verkauften Fahrzeugen und einem leichten Plus von 0,4 Prozent stabil geblieben. Verlierer seien die Oberklasse mit minus 17,4 Prozent, Offroader mit minus 23,5 Prozent und Kompakt- und Großraum-Vans mit 13,8 beziehungsweise zehn Prozent Rückgang. Rademacher verwies in diesem Zusammenhang auf einen deutlichen Einbruch des Diesels im vergangenen Jahr, der im Neuwagenmarkt 140.000 Fahrzeuge und im Gebrauchtwagenmarkt 75.000 Autos einbüßte. Die Rückgänge mit 9,3 Prozent beziehungsweise 5,2 Prozent seien überdurchschnittlich. Diese Talfahrt habe sich auch 2009 fortgesetzt. Auffällig im Autojahr 2008 sei die veränderte Nachfrage. Während die private Nachfrage bei neuen Pkw um rund vier Prozent zulegte, gab es bei gebrauchten Pkw mit 150.000 Fahrzeugen einen Rückgang von 2,6 Prozent. Gewerbliche Käufe verzeichneten bei Neuwagen ein Minus von 6,2 Prozent, bei Gebrauchtwagen indes ein Plus von 1,4 Prozent.

Service auf hohem Niveau

Der Service zeige nach Darstellung Rademachers ein geteiltes Bild. Einerseits habe sich der Verdrängungswettbewerb weiter verschärft, andererseits habe es einen Zuwachs von rund einer Million Serviceaufträgen gegeben. Auf hohem Niveau sei damit der Marktanteil des Kraftfahrzeuggewerbes weiter ausgebaut worden, was vor allem einem Zuwachs im so genannten Servicesegment 4 (Pkw ab elf Jahre) zuzu-schreiben sei. Der durchschnittliche Preis einer Werkstattstunde betrage 66,54 Euro (Vorjahr 65,04). Dabei bestehe unverändert, je nach Lage und Marke, eine Bandbreite von 40 bis 110 Euro.

Einbußen im Markenservice

Zu den Gewinnern des Servicemarktes 2008 zählten die freien Betriebe, sagte Rademacher mit dem Hinweis auf Marktanteilsgewinne zwischen 1,4 Prozent (Verschleißreparaturen) und zwei Prozent (Wartung). Die markengebundenen Unternehmen hingegen hätten zum Teil deutliche Einbußen hinnehmen müssen, beispielsweise im Markt der Verschleißreparaturen ein Minus von 1,4 Millionen Aufträgen. Wörtlich: "Höhere Produktqualität und geringere Fahrleistungen hinterlassen in den Servicesegmenten 1 (Pkws bis vier Jahre) und 2 (fünf bis sieben Jahre) deutliche Bremsspuren". Der Zuwachs von einer Million Serviceaufträgen auf insgesamt 72,5 Millionen sei ein Ergebnis der zielgruppenorientierten Marketingprogramme mit saisonalen Paketpreisen. Die Branche habe zudem von einer "meteorologischen Sonderkonjunktur" derart profitiert, dass die Werkstattauslastung von November bis in den Januar auf einem hohen Niveau von 84 Prozent (Vorjahr 81 Prozent) gelegen habe. Auch im Zubehörgeschäft sei "Väterchen Frost ein guter Verkäufer" gewesen.

GW: Stabile Marktanteile

Mit nahezu stabilen Marktanteilen in einem rückläufigen Gesamtmarkt stehe das Gebrauchtwagengeschäft in der Ergebnisbilanz für das Autojahr 2008. Dies sei indes lediglich eine Seite der Medaille und dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es "im Vergleich zu den guten Autozeiten rund eine Million Gebrauchtwagenkäufe weniger gegeben hat". Der Rückgang der Bruttoerträge, eine erhöhte Standzeit und der Preis-druck auf Modelle aus den oberen Segmenten prägten die andere Seite der Medaille. Allein im Jahresverlauf 2008 habe sich die durchschnittliche Standzeit von 93 Tagen im Januar auf 107 Tage im Dezember erhöht.

Preisanstieg bei Gebrauchtwagen

In den Teilmärkten des Gebrauchtwagenmarktes fällt nach Angaben Rademachers der Preissprung im reinen Gebrauchtwagenhandel auf. Während der durchschnittliche Preis eines gebrauchten Pkw über alle Vertriebsarten hinweg mit 8.690 Euro 3,5 Prozent über Vorjahreswert liege, gebe es im reinen Gebrauchtwagenhandel mit 22,9 Prozent auf 7.990 Euro einen großen Sprung und im Markenhandel mit 12.440 Euro nur eine leichte Erhöhung um 0,5 Prozent. Die Preisentwicklung im Fachhandel basiere auf jüngeren Automobilen mit geringerer Laufleistung, während im Privatmarkt vor allem das höhere Fahrzeugalter und Dieselfahrzeuge ohne Filter einen Preisrutsch nach unten auslösten.

Mehreinnahmen für den Bund

Allein mit Blick auf die nächste Stufe der fast 40 Umweltzonen in gut neun Monaten und den damit verbundenen Fahrverboten gehe man davon aus, dass diese Preisentwicklung, vor allem bei filterlosen Die-seln, auch 2009 Bestand habe. Die Marktchancen für den nachträglichen Einbau von Dieselpartikelfiltern blieben gering, wenn die "Politik nicht schnell nachbessert". Das Kfz-Gewerbe, sagte Rademacher, ver-stehe darunter - nach der Übernahme der Kfz-Steuer durch den Bund - eine Verlängerung der Förderung und einen höheren Zuschuss. Wörtlich: "Die erwarteten Mehreinnahmen des Bundes durch das bis 2011 geltende Malussystem in Höhe von rund 300 Millionen Euro lassen ausreichend Spielraum für verbraucherfreundliche Korrekturen". Das "Sorgenkind Nummer 1" im neuen Autojahr sei schon jetzt das gewerbliche Geschäft, sagte Rademacher mit Hinweisen auf eine deutliche Abkühlung des Geschäftsklimas und eine weitere Verschlechterung der aktuellen Lage in der gewerblichen Wirtschaft. Bereits zum Jahresende 2008 habe sich im Transporter- und Nutzfahrzeugbereich ein regelrechter Einbruch abgezeichnet, der nun auch das Flotten- und Vermietgeschäft erfasst habe. Rademacher: "Trotz des positiven Einflusses durch die Umweltprämie kann es keine Entwarnung für das Autogeschäft 2009 geben. Es bestehen unverändert erhebliche Risiken". Die starken Rückgänge im Januar und Februar mit minus 20,3 Prozent und 19 Prozent bestätigten dies. Erfreulich sei der Zuwachs der privaten Nachfrage, die allein im Februar ein Plus von 82 Prozent geschrieben habe.

Branche bleibt im Strukturwandel

Losgelöst von konjunkturellen Verwerfungen der vergangenen acht Jahre, erinnerte der Präsident des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, befänden sich Hersteller und Kraftfahrzeuggewerbe in einem tief greifenden Strukturwandel. Die Umweltprämie und deren positive Auswirkungen seien lediglich eine vorübergehende Linderung der operativen Probleme, sie könnten keine strukturellen Herausforderungen zukunftweisend und ganzheitlich bewältigen.

"Schmerzhafte Konsequenzen"

Der Verlust von 650 Unternehmen und 6.100 Arbeitsplätzen zeige den Ernst der Lage für Autohäuser und Werkstätten. Dieser Prozess der "Konsolidierung mit schmerzhaften Konsequenzen hat das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht". Der Sonderkonjunktur in diesen Monaten folge zwangsläufig ein "mehr oder weniger großes Loch". Noch könne man nicht abschätzen, wie groß das Volumen der vorgezogenen Käufe durch die Umweltprämie sei. Umfragen zufolge könnten dies bis zu 40 Prozent werden. Der Ausblick ins Autojahr 2009 werde aktuell durch die Umweltprämie bestimmt. Die Branche müsse aber zum einen das Bewusstsein für den automobilen Alltag ohne Sondereinflüsse bewahren, zum anderen die zeitliche Begrenzung der Sonderkonjunktur in die unternehmerischen Planungen einbeziehen.

Wertverzerrung durch Prämien

Ein gewisses Problem stelle auch die Vielzahl der Verkaufshilfen und Zinsprogramme der Hersteller dar. Diese geldwerten Leistungen erweckten zusammen mit der Umweltprämie einen völlig falschen Eindruck, was neue Automobile tatsächlich kosteten. Rademacher: "Spätestens ab 1. Januar 2010 werden wir wieder Automobile verkaufen müssen, für die es keine Prämie mehr gibt". Erfreulich sei die durch die Umweltprämie ausgelöste Nachfrage von Käufergruppen, die "wir viele Jahre nicht mehr in unseren Betrieben gesehen haben". Gleichzeitig sei dies eine große Herausforderung, denn die Marketing-Programme zur langfristigen Kundenbindung setzten voraus, dass "wir die Sprache dieser preissensiblen Kunden schnell lernen".

Prämientopf schnell erhöhen

Rademacher legte die Ergebnisse aktueller Umfragen bei Markenverbänden und Herstellern vor, nach denen bis Anfang März rund 410.000 Bestellungen mit Umweltprämie geschrieben worden seien. Dieses Volumen bestärke das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe in seiner politi-schen Forderung, den Prämientopf schnellstmöglich zu erhöhen. Dass ab 31. März im Sinne eines Vertrauensschutzes für Kunden und Handel der verbindliche Kaufvertrag und die Kopie der Altfahrzeugpapiere als "sicheres Dokument für eine Prämien-Anwartschaft" nunmehr gelten werde, entspreche einer Forderung des Deutschen Kraftfahrzeug-gewerbes. Diese Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister zu Gutenberg werde daher ausdrücklich begrüßt. Umweltprämie und die Kohlendioxidbasierte Kfz-Steuer seien gute Beispiele für eine nachhaltige Kombination von Ökologie und Ökonomie. Rademacher warf Kritikern der Umweltprämie vor, die Position des Automobilhandels in Deutschland "mit einem Blick durch die Industriebrille" zu ignorieren. Die Prämie sichere am Standort Deutschland Arbeits- und Ausbildungsplätze bei Herstellern und Zulieferern, aber eben auch bei Händlern und Werkstätten.

Zukunftsfrage der Kfz-GVO

Mit wachsender Sorge sehe das Kraftfahrzeuggewerbe die anhaltenden parlamentarischen Diskussionen über die Zukunft der europäischen Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung. Der vom Februar auf Anfang Juni 2009 verschobene Bericht der EU-Kommission sei schon deshalb von höchster Erwartung begleitet, weil bekanntlich am 7. Juni die Europa-Wahl und im Herbst die Neubesetzung der EU-Kommission anstehe.

Kfz-Gewerbe: Fünf Jahre

Für das mittelständische Kraftfahrzeuggewerbe in Europa mit seinen 350.000 Betrieben und 2,8 Millionen Beschäftigten sorge die Unge-wissheit über die zukünftigen Regelungen des Automobilvertriebs und -service für eine zusätzliche Belastung. Die jetzige Regelung ende am 31. Mai 2010. Das Kfz-Gewerbe unterstütze alle Bemühungen, die aktuelle Gruppenfreistellungsverordnung, die sich auch aus Sicht der EU-Kommission für die Verbraucher bewährt habe, zu verlängern. Die nächste Laufzeit müsse mindestens fünf bis acht Jahre betragen, um in Brüssel nicht sofort in die nächste Verhandlungsrunde eintreten zu müssen.

Zusammenarbeit mit Herstellern

Die Diskussionen in den "einzelnen Marken-Familien über neue Geschäftsmodelle" seien teilweise in vollem Gange. Nahezu einmalig in der bald 100jährigen Verbandsgeschichte sei die einhellige Gemeinsam-keit aller Marken. Deren Vertreter hatten Mitte Februar im Rahmen einer zweitägigen Klausur eine "grundlegende Neugestaltung der Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Händlern" gefordert. Rademacher wörtlich: "Wenn wir ein neues Geschäftsmodell diskutieren, verlassen wir damit nicht die Basis des privaten Unternehmertums als unverzichtbares Element im Automobilhandel". Eckpunkte der Gestaltungsgrundsätze für ein neues Geschäftsmodell seien unter anderem neue Margensysteme, eine Optimierung der Vertriebs- und Servicenetzstruktur, eine Abschaffung der mit dem Automobilhandel konkurrierenden Vermarktungsaktivitäten der Hersteller, eine Risikoteilung bei Leasinggeschäften sowie eine rechtzeitige Anpassung der Produktion an die tatsächliche Nachfrage. In einigen Marken hätten entsprechende Gespräche zwischen Herstellern und Händlerverbänden bereits begonnen.

Dienstwagen-Besteuerung

Abschließend ging Rademacher auf politische Positionen des Verbandes ein. So werde das Kraftfahrzeuggewerbe unverändert eine käuferfreundlichere Dienstwagen-Besteuerung einfordern. Das derzeitige fiskalische Prinzip, bei Dienstwagen die Neuwagen-Listenpreise als Grundlage für die Besteuerung der privaten Nutzung anzusetzen, bestrafe diejenigen, die mit dem Kauf eines Gebrauchtwagens Geld zu sparen trachteten. Weiter fordert das Kfz-Gewerbe, um dem - nicht zuletzt seit der Mehrwertsteuererhöhung - mit rund zehn Prozent beachtlichen Anteil Schwarzarbeit im Kfz-Service zu begegnen, die Steuerprivilegierung gemäß § 35a des Einkommenssteuergesetzes, die sich für Handwerkerleistungen im privaten Baubereich bereits sehr bewährt hat, auch auf Wartungs- und Reparaturarbeiten an privat genutzten Automobilen auszudehnen. Bei der Eindämmung von Schwarzarbeit gehe es im Übrigen nicht nur darum, Steuerausfälle zu vermeiden, sondern auch auszuschließen, dass unsachgemäß gewartete oder reparierte Fahrzeuge die allgemeine Verkehrssicherheit gefährden. Im engen Schulterschluss mit dem Deutschen Handwerk werde eine "Transporter-Offensive" vorangetrieben, um bei möglichen Fahrverboten - nach dem Grundsatz "Das Handwerk gehört in die City" - die Versorgung der Bevölkerung in den Innenstädten zu garantieren. Nach einem Vorbild in Nordrhein-Westfalen solle ein Handwerker-Ausweis bundesweit gelten, der kostenträchtige und aufwändige Ausnahmeregelungen ersetzen könne.

Kaufvertrag gilt für Umweltprämie

Der Kaufvertrag eines neuen Pkw oder eines Jahreswagens soll voraussichtlich ab 31. März das Dokument für die Anwartschaft auf die staatliche Umweltprämie sein. Diese Entscheidung vom Freitag (6. März 2009) ist vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe begrüßt worden.

Verbandssprecher Helmut Blümer sagte, damit werde eine große Unsicherheit aus dem Markt genommen. Zunehmend hätten Kunden bei so genannten Bestellautos mit mehrmonatigen Lieferzeiten Sorge dahingehend gehabt, ob bei Liefertermin des Fahrzeuges der Prämientopf noch gefüllt sei. Die Entscheidung sei eine kundenfreundliche Regelung im Sinne des Vertrauensschutzes.